bedeckt München 13°

Justiz - Magdeburg:Prozess gegen Terrorverdächtigen von Halle: Letzte Arbeiten

Deutschland
Anne-Marie Keding (CDU), Justizministerin von Sachsen-Anhalt. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Magdeburg (dpa/sa) - Eine Woche vor dem Start des Prozesses gegen den Terrorverdächtigen von Halle laufen am Magdeburger Landgericht die letzten Vorbereitungen. So werden im betreffenden Saal noch Kabel verlegt, um den Ton der Verhandlung zu übertragen, sagte der Präsident des Oberlandesgerichts, Uwe Wegehaupt, bei einer Besichtigung am Montag.

Damit solle ermöglicht werden, dass Medienvertreter in einem Nachbarraum dem Geschehen lauschen könnten. Eine Bildübertragung sei rechtlich nicht zulässig. Laut Wegehaupt ist das Medieninteresse sehr groß. Wer vor Ort berichten darf, werde zeitnah ausgelost.

Sachsen-Anhalt habe 300 000 Euro zur Verfügung gestellt, um zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen am Magdeburger Landgericht umzusetzen, sagte Justizministerin Anne-Marie Keding (CDU). So wurde der Zuschauerbereich im Verhandlungssaal mit Sicherheitsglas eingefasst. Ein Beratungsraum für Richter direkt neben dem Saal ist dafür reserviert, den Angeklagten zur Verhandlung zu bringen.

Zudem wurde auch für die gesundheitliche Sicherheit aufgerüstet: An den Bänken für die Prozessbeteiligten wurden gegen die Coronavirus-Verbreitung durchsichtige Trennscheiben angebracht. Sie seien in einer Werkstatt des Gefängnisses in Burg gefertigt worden, sagte Keding.

Der Prozess gegen den Terrorverdächtigen von Halle soll am 21. Juli vor dem Oberlandesgericht starten. Aus Platzgründen wurde die Verhandlung in den größten Saal des Landes verlegt, die umgebaute Bibliothek des frisch sanierten Magdeburger Landgerichts.

Die Bundesanwaltschaft wirft dem 28 Jahre alten Angeklagten zweifachen Mord und 68-fachen Mordversuch "aus einer antisemitischen, rassistischen und fremdenfeindlichen Gesinnung heraus" vor. Er soll am 9. Oktober 2019 versucht haben, in die gut besuchte Synagoge von Halle einzudringen. Als das misslang, erschoss er in der Nähe eine 40 Jahre alte Frau und einen 20 Jahre alten Mann und verletzte auf seiner Flucht weitere Menschen, ehe er festgenommen wurde.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite