Vor Auslieferung:John McAfee tot in Gefängniszelle aufgefunden

Dem Gründer des Sicherheitssoftware-Herstellers McAfee waren in den USA Steuervergehen vorgeworfen worden. Im vergangenen Jahr war er in Barcelona festgenommen worden.

Der Gründer des Sicherheitssoftware-Herstellers McAfee, John McAfee, ist nach Behördenangaben tot in seiner Gefängniszelle in Barcelona aufgefunden worden. Das katalanische Justizministerium bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der Zeitung El Mundo. Möglicherweise handle es sich um Suizid, hieß es in einer Erklärung.

Stunden zuvor hatte das Oberste Gericht Spaniens grünes Licht für die Auslieferung des 75-Jährigen an die USA gegeben. Dort werden dem britisch-amerikanischen Programmierer Steuervergehen vorgeworfen. McAfee war 2020 am Flughafen von Barcelona festgenommen worden. In einer Auslieferungsanhörung erklärte McAfee, die Vorwürfe gegen ihn seien politisch motiviert.

McAfee hatte in den 80er-Jahren das nach ihm benannte, auf Antiviren-Software spezialisierte Unternehmen McAfee gegründet, aus dem er sich in den 90er-Jahren zurückzog. 2012 machte McAfee durch eine abenteuerliche Flucht durch den Dschungel Schlagzeilen, als nach einem Mord an seinem Nachbarn in Belize nach ihm gefahndet wurde.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben uns entschieden, nur sehr zurückhaltend über Suizide oder Suizidversuche zu berichten. Der Grund ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Selbsttötungen. Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

© SZ/rtr/dpa/aner
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FILE PHOTO: John McAfee, creator of McAfee Antivirus software, speaks in Malta

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