Japan:Kampf gegen Tokios U-Bahn-Grapscher

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Japan: Die Pendlerzüge in Tokio sind sehr voll. Immer wieder werden hier Frauen belästigt.

Die Pendlerzüge in Tokio sind sehr voll. Immer wieder werden hier Frauen belästigt.

(Foto: Lucas Vallecillos/imago images/VWPics)

Japanerinnen erleben in vollen Pendlerzügen häufig sexuelle Übergriffe, verurteilt werden die Täter selten. Das hat auch mit der japanischen Gesellschaft zu tun. Eine Anwältin, die selbst Opfer geworden ist, will das ändern.

Von Thomas Hahn, Tokio

Chieko Aokis Kampf gegen den Grapscher war zunächst eine Belastung für ihre Knie. Der Kampf begann an einem Abend im Oktober vor zwei Jahren, in einer S-Bahn der Saikyo-Linie. Chieko Aoki war im Tokioter Abendverkehr auf dem Weg zu einem Termin, den sie als Anwältin wahrnehmen musste. Plötzlich spürte sie, wie eine Hand unter ihr Kleid kroch, ihre Unterwäsche zur Seite schob, sich zu ihrem After vortastete. Sie fasste das Handgelenk des Grapschers und fuhr ihn an: "Sie haben mich belästigt." Der Mann erschrak. Chieko Aoki bekam den Riemen seiner Tasche zu fassen. Als der Zug hielt, wollte er fliehen. Aber sie ließ nicht los. Der Mann schleifte sie aus dem Zug auf den Bahnsteig. Erst an der Treppe schüttelte er sie ab, Chieko Aoki blieb mit den verletzten Knien zurück.

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