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Japan: Augenzeugenberichte:"Erdbeben, Tsunami, Nachbeben: Wir sind erschöpft"

Tomomichi Hiruta, 38 Jahre

Augenzeugen aus Iwaki

Erdbeben, Tsunami, Nachbeben, Fukushima und die Gerüchte: "Von alledem sind wir mittlerweile völlig erschöpft." Tomomichi Hiruta

(Foto: Shinobu Ito)

Keiner hier hat je eine auch nur annähernd so schlimme Situation erlebt. Zu den Naturkatastrophen Erdbeben und Tsunami sowie den endlosen Nachbeben kamen ja noch die menschengemachten Katastrophen hinzu: Der Unfall im Atomkraftwerk und die sich daran anschließenden Gerüchte. Von alledem sind wir mittlerweile alle körperlich und seelisch völlig erschöpft.

Ich nenne den Unfall eine "menschengemachte Katastrophe", weil der Staat, der immer die Atomkraft politisch gewollt hat, und Tepco stets darauf beharrt haben: "Selbst wenn es ein schweres Erdbeben gibt, ist es absolut sicher und in Ordnung, es gibt keinen Unfall." Jetzt, wo es diesen Unfall gegeben hat, reden sich der Staat und Tepco aber heraus: "Ein Riesentsunami war außerhalb der Annahmen." Das ist kein Scherz. Als es aber im Jahr 1993 ein Seebeben südwestlich von Hokkaido gab, war die Tsunamiwelle auf der Insel Okushiri-Shima 16 Meter hoch. Außerdem heißt es seit den achtziger Jahren, der Tsunami-Schutz sei zu schwach. Das Ergebnis davon, dass dennoch weder Staat noch Tepco je etwas getan haben, ist diese furchtbare Szene.

Jetzt sind viele skeptisch geworden, was Äußerungen von Politikern und Tepco angeht. Weil nach den Ereignissen die Möglichkeit besteht, dass die Verwaltung die Wahrheit versteckt und Fehlinformationen verbreitet.