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Jahreswechsel 2013:Das Silvester-Wetter wird kein Knaller

Silvesterevent Pyroland

Feuerwerk an Silvester

(Foto: dpa)

Die Aussichten für das Silvesterfeuerwerk sind trüb, aber immerhin mild. Das lässt die Pyro-Hersteller auf einen neuen Umsatzrekord hoffen. Am Deich in Bremerhaven fällt die Knallerei dieses Jahr aber ganz aus - aus Rücksicht auf ein Neugeborenes.

So grün Weihnachten war, so mild wird nun auch Silvester. Vor allem Feiernde in Nordrhein-Westfalen müssen sich sogar auf trübe Aussichten beim Zünden ihrer Raketen einstellen, prognostizieren Meteorologen. "Sterne gucken ist nirgends drin - und im Westen wird man sogar nass", so der Wetterexperte Oliver Klein von Meteomedia. Im Rest Deutschlands ist es eher trocken bei Temperaturen von fünf bis sieben Grad. Sogar die Neujahrsnacht bleibt wohl in weiten Teilen über dem Gefrierpunkt. In Alpennähe kann es dagegen auf minus 15 Grad gehen.

Trocken und nicht zu kalt - das freut Hersteller von Feuerwerkskörpern. "Wenn das Wetter mitspielt, könnten wir den Vorjahresumsatz von 124 Millionen Euro vielleicht noch steigern", sagt der Geschäftsführer des Verbands der pyrotechnischen Industrie (VPI), Klaus Gotzen. Im vorigen Jahr hatte die Branche zunächst mit einem stagnierenden Umsatz von 115 Millionen Euro gerechnet, dann aber überraschend ein Umsatzplus von knapp acht Prozent verzeichnet. Seit Samstag dürfen Raketen und Böller wieder bundesweit im Handel angeboten werden.

Grund für die seit Jahren anhaltenden Zuwächse der Feuerwerks-Hersteller sind nach Gotzens Angaben die neu entwickelten Batterie- und Verbundfeuerwerke. "Die Unternehmen haben dadurch zusätzliche Kunden gewonnen", berichtete der Verbandschef. Die Batteriefeuerwerke hätten den Vorteil, dass mit einer Zündung gleichzeitig oder nacheinander mehrere Raketen in den Himmel geschossen würden.

Obwohl die Neuentwicklungen die Gefahren verringert hätten, rät der Verband dennoch zum vorsichtigen Umgang mit Feuerwerk-Artikeln. So sollte nur von der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) zugelassenes Feuerwerk in der Silvesternacht abgefeuert werden. Zu erkennen sei dies am BAM-Prüfzeichen.

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Regeln und Vorschriften beachten

Beim Knallen gibt es Regeln zu beachten: Raketen niemals vom Balkon abschießen, Fenster und Türen in der ganzen Silvesternacht geschlossen halten, keine Feuerwerkskörper in Hosen oder Jackentaschen transportieren und Batteriefeuerwerke, die beim ersten Versuch nicht zünden, erst mindestens 15 Minuten später per Ersatzzündschnur erneut entzünden.

Den ersten Schaden gab es bereits in Elmshorn (Kreis Pinneberg): Nachdem vermutlich Feuerwerkskörper auf dem Balkon einer Wohnung im zweiten Obergeschoss eines Hochhauses abbrannten, fing erst der Balkon Feuer, bevor die Flammen auf die gesamte Wohung übergriffen. Zwei darüber liegende Wohnungen wurden durch Rauch stark beschädigt, zwei Wohnungen darunter durch Wasser, sagte ein Polizeisprecher. Menschen wurden nicht verletzt. Die Bewohner waren nicht zu Hause, als die Feuerwehr eintraf. Die Kriminalpolizei leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung ein und sperrte die ausgebrannte Wohnung. Es entstand ein Sachschaden von etwa 300.000 Euro.

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Heldendämmerung

Die Polizei weist darauf hin, beim Knallen einen ausreichenden Abstand zu Gebäuden einzuhalten. Aber wer in Altstädten mit verwinkelten Gassen und historischen Gebäuden feiern will, sollte sich vorher bei Stadt und Gemeinde informieren, ob die Böllerei überhaupt erlaubt ist. Da Raketen zum Beispiel an Häusern mit Fachwerk oder Reetdächern oft Brände verursachen, dürfen sie der 1. Verordnung zum Sprengstoffgesetz zufolge nicht in der Nähe solcher Gebäude abgefeuert werden. Auch die Umgebung von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Seniorenheimen ist tabu.

In Bremerhaven zählt in diesem Jahr auch der Zoo am Meer zur böllerfreien Zone. Aus Rücksicht auf das vor zwei Wochen geborene Eisbärbaby wollen die Einbewohner auf das Feuerwerk am Deich verzichten. Die Stadt sperrte den Platz vor dem Zoo bereits ab. Auf Hinweisschildern wird darum gebeten, in der Gegend keine Silvester-Knaller zu zünden. Die Bremerhavener hätten Verständnis, die Solidarität mit dem kleinen Eisbären sei sehr groß, sagte Zoodirektorin Heike Kück. Ihr zufolge sei zudem das Zoo-Team vor Ort, um sofort einzugreifen, falls doch jemand trotz der Hinweise Böller wirft.

Stress vermeiden

Die Knallerei zu Silvester bedeutet auch für Haustiere enormen Stress. Hundehalter sollten ihre Tiere daher bereits in den Tagen vor Neujahr nur angeleint ausführen, rät der Deutsche Tierschutzbund. Bei verfrühten Knallern können sie so nicht in Panik davonlaufen. Katzen sollten vor allem am Silvesterabend keinen Freigang mehr erhalten. Wichtig sei es auch, Vogel- und Kleintierkäfige an einen ruhigen Ort zu stellen und mit einem Tuch abzudecken.

Gerade Hunde und Katzen haben ein sehr sensibles Gehör und reagieren mit Stress auf laute Knallerei. Zuhause helfen geschlossene Fenster und Rollläden, die Tiere von Feuerwerkslärm abzuschirmen. Beruhigen lassen sich die Tiere außerdem, wenn ihre Halter bei ihnen bleiben und sie mit gewohnten Spielritualen ablenken.

Erlaubt ist das Böllern übrigens in der Regel nur von 18 Uhr am Silvesterabend bis 7 Uhr am Neujahrsmorgen.

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