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Jährliche Obstauktion:Zwei japanische Melonen für 11 000 Euro versteigert

Die beiden versteigerten Exemplare.

(Foto: AFP)

Japanische Yubari-Melonen sind keine gewöhnlichen Früchte. Sie sind die Rolex unter den Melonen. Ein Händler zahlte nun eine besonders hohe Summe für zwei frische Exemplare.

Ihr leibliches Wohl ist japanischen Gourmets mitunter ein Vermögen wert: Bei der jährlichen Obstauktion auf einem Großmarkt in Sapporo wurden am Freitag zwei Yubari-Melonen für 1,5 Millionen Yen (etwa 11 000 Euro) versteigert.

Bei ihrem Käufer handelte es sich um einen örtlichen Händler, teilten die Behörden mit. Die ersten Yubaris der neuen Ernte sind ein Statussymbol. Der Preis, den sie erzielen, schafft es in Japan auf die Titelseiten der Zeitungen.

Yubari-Melone

Besonders süß und saftig: eine aufgeschnittene Yubari-Melone.

(Foto: Captain76)

Im Dorf Yubari gilt die Frucht als Heiligtum

Yubari, ein kleines Dorf mit etwas 10 000 Einwohnern auf der nordjapanischen Insel Hokkaido, ist in Japan für seine süßen und saftigen Melonen bekannt. In der Region gilt die Frucht als eine Art Heiligtum.

Nur in Yubari dürfen die Melonen angebaut werden, dort wurden sie vor 40 Jahren erstmals gezüchtet. Bei der Saat im kalten Februar heizen unterirdische Wasserleitungen die Vulkanböden in den Gewächshäusern. Nach 105 Tagen werden die Melonen von Hand geerntet und einzeln geprüft. Der Handel ist streng geregelt, nur der städtische Landwirtschaftsverband darf die Frucht verkaufen und die Preise festlegen.

Fruchtfleisch in den Farben des Sonnenuntergangs

Yubari-Melonen haben eine perfekte, runde Form und Fruchtfleisch in den Farben eines Sonnenuntergangs. Sie gelten als Prestige-Objekt, ähnlich wie teurer Wein. Sie sind die Rolex unter den Melonen und auch abseits der traditionellen Auktion sehr teuer: Yubari-Melonen werden im Supermarkt für mehr als 100 Euro verkauft. Sie sind ein beliebtes Geschenk im Sommer. Falls der Beschenkte es übers Herz bringt, die Melone zu essen, schneidet er sie in sehr kleine Scheiben und isst sie traditionell gemeinsam mit Freunden.

Aber nicht nur Yubari-Melonen sind in Japan teuer: Ein Apfel im Supermarkt kann bis zu drei Euro, ein Geschenkpäckchen mit 20 Kirschen mehr als 90 Euro kosten.

© SZ.de/AFP/jana

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