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Heftige Unwetter:Mehrere Tote, Überschwemmungen und Schlammlawinen in Italien

Murenabgang in Italien

Sterzing: Eingepackte Heuballen und Sandsäcke liegen am Sonntag als Barriere gegen Wasser und Schlamm auf der Brenner-Bundesstraße.

(Foto: dpa)
  • Mindestens fünf Menschen sind ums Leben gekommen: Vier Männer in der Region Kalabrien sind von einem Erdrutsch erfasst worden, nahe dem Hafen von Catanzaro fand die Polizei einen toten Segler.
  • Sicherheitsbehörden rufen für weite Teile des Landes die höchste Alarmstufe aus.

Ein schweres Unwetter mit Starkregen und Sturmböen hat weite Teile Italiens getroffen. Mehrere Menschen sind ums Leben gekommen. Die Schlechtwetterfront sollte sich am Montag noch auswachsen, die Rettungsdienste und der Zivilschutz bereiteten sich allerorten darauf vor.

In der süditalienischen Region Kalabrien waren am Sonntag vier Männer gestorben, als sie in der Nähe der Stadt Crotone von einem Erdrutsch erfasst worden waren. Offenbar wollten sie ein durch das Unwetter zerstörtes Leitungsrohr reparieren, wie die Polizei mitteilte. Ebenfalls in Kalabrien, nahe dem Hafen von Catanzaro, fand die Feuerwehr einen toten Segler, dessen Boot von der Strömung fortgerissen worden war.

Bereits am Sonntagabend waren die Brenner-Autobahn sowie die Bahnverbindung zwischen Innsbruck und Bozen nach einem Murenabgang komplett gesperrt. Schlamm und Geröll hatten die Fahrbahn versperrt und mehrere Fahrzeuge erfasst. Die wichtige Verkehrsachse zwischen Österreich und Italien musste zwischen Brenner und Sterzing in beiden Fahrtrichtungen gesperrt werden, wie der Autobahnbetreiber mitteilte. Mehrere Fahrzeuge seien von den Erdmassen getroffen worden, es gebe aber nur einen Leichtverletzten, berichteten lokale Medien. Am Montag musste die Brenner-Autobahn in Südtirol zeitweise erneut wegen eines Murenabgangs gesperrt werden. Seit dem Vormittag ist sie wieder offen, es bildeten sich aber lange Staus, wie der Autobahn-Betreiber mitteilte.

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Sturmböen und Starkregen erfassten auch Sardinien und die benachbarte französische Insel Korsika. Die Wetterdienste registrierten dort Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern in der Stunde. Der Zivilschutz sprach von außergewöhnlichen Wetterverhältnissen und rief auf zu maximaler Wachsamkeit. Zudem gaben die Sicherheitsbehörden für weite Teile des Landes die höchste Alarmstufe aus.

In der Region Venetien werden weiträumige Überschwemmungen und Erdrutsche befürchtet. Schulen in der gesamten Region, in der auch Venedig liegt, sollen am Montag geschlossen bleiben. Der berühmte Markusplatz im Zentrum der Stadt war schon am Sonntag überschwemmt.

Auch bei Genua, im Nordwesten des Landes ging ein Erdrutsch nahe einer Autobahn ab. Mehrere Bewohner mussten ihre Häuser verlassen und wurden in Notunterkünfte gebracht. In der Region Ligurien um Genua warnten die Behörden die Küstenbewohner vor einem schweren Sturm am frühen Montagmorgen. Am Montag sollten die Schulen in der Region geschlossen bleiben.

Auch in Rom bleiben Schulen und Kindergärten geschlossen, die Menschen sollten nach Möglichkeit zuhause bleiben. Für Küstenorte warnte der Zivilschutz vor Sturmfluten. Auch in weiten Teilen der Toskana bleiben Schulen am Montag zu. Auf der Insel Elba stürzte zudem ein historischer Bergwerks-Steg im Meer ein.

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