bedeckt München 24°

Italien:Nonne gewinnt "The Voice of Italy"

Schwester Cristina Scuccia mit Siegestrophäe und Kruzifix.

(Foto: AP)

Mit überwältigender Mehrheit gewinnt die Ordensschwester Cristina Scuccia die italienische Version der Talentshow "The Voice". Nur ein Wunsch bleibt ihr verwehrt.

Die sizilianische Nonne Cristina Scuccia hat das Finale der italienischen TV-Show The Voice of Italy gewonnen. Das Publikum kürte die 25-Jährige, die durch ihre stimmgewaltigen Auftritte in Ordenstracht und Gesundheitsschuhen zur Berühmtheit geworden ist, mit seinen Anrufen zur Siegerin.

Im Finale setzte sich Scuccia nach mehr als drei Stunden und fünf Gesangseinlagen gegen drei Mitbewerber durch. Sie sang unter anderem "What a Feeling" und "No One" von Alicia Keys. Mit diesem Song hatte die Nonne bereits bei ihrem ersten Auftritt Anfang März das Publikum und die Jury überzeugt. Das Video der ersten Show auf der Video-Plattform Youtube wurde seitdem mehr als 50 Millionen Mal angeklickt.

Schwester Cristina stimmte nach der Bekanntgabe ihres Sieges - 62 Prozent aller Anrufer wählten Scuccia - zur Verblüffung des Moderators auf der Bühne ein Vaterunser an und lud das Publikum ein mitzubeten. Für ihre Leistung gab es auch aus dem Vatikan ein dickes Lob. "Recht so! Mögen viele das tun", schrieb der Präsident des Päpstlichen Kulturrates, Kardinal Gianfranco Ravasi, auf Twitter.

"Ich möchte, dass Jesus hierher kommt, es ist traumhaft!", sagte die Ordensschwester, als sie die Siegestrophäe entgegennahm. Sie dankte ihrem "Coach", dem Rapper J-Ax, der ihr während des Gesangswettbewerbs beigestanden hatte. Schwester Cristina hatte sich für ein Leben im Kloster entschieden, nachdem sie in einem Musical die im 16. Jahrhundert lebende Gründerin der Ursulinen-Gemeinschaft, Angela Merici, verkörpert hatte.

Ihr zweijähriges Noviziat verbrachte die Sizilianerin in Brasilien. Heute lebt "Suor Cristina" in einer Niederlassung der Ursulinen in Mailand und betreut Kinder. In der Show aufzutreten, sei nur ein anderer Weg, das Evangelium zu verbreiten, erklärte sie nach ihrem ersten Auftritt und scherzte, sie hoffe auf einen Anruf von Papst Franziskus. Der Wunsch nach einem Segen von höchster Stelle blieb ihr aber bisher verwehrt.