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Italien:Kamera filmt Mafiamord

In Neapel hat eine Überwachungskamera aufgezeichnet, wie die Camorra einen Mafioso kaltblütig hinrichtet. Jetzt sucht die Polizei mit dem Video nach dem Killer - und sorgt in Italien für Aufsehen.

Der Mörder geht kurz in eine Bar, kehrt dann zum Eingang zurück, zückt eine Pistole und schießt auf einen Mann, der vor der Tür eine Zigarette raucht. Das Opfer sieht den Killer noch an, der ihn erst in die Seite trifft und dann in den Kopf schießt. Kaum mehr als ein paar Sekunden dauert das Ganze.

Mafia-Video, AP

Eine Überwachungskamera hat in Neapel einen Mafiamord aufgezeichnet, jetzt veröffentlichte die Polizei das Video.

(Foto: Foto: AP)

Dieser kaltblütige Mafiamord, mitten in Neapel, wurde von Überwachungskameras gefilmt - und ist nun von den Ermittlern veröffentlicht worden. Der Vorfall ereignete sich bereits am 11. Mai, das Video wurde jedoch erst jetzt freigegeben.

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Die Passanten scheinen ungerührt

Der Mord wurde in der typischen Art der Camorra - des organisierten Verbrechens in Süditalien - ausgeführt. Das Opfer, der 53-Jährige ist selbst ein verurteilter Mafioso, wurde bereits identifiziert. Neapels Polizei erhofft sich nun über das Video auch Hinweise auf den Täter und einen mutmaßlichen Komplizen, der Schmiere gestanden haben soll.

Der Schütze trägt in der Aufzeichnung eine Mütze, sein Gesicht ist unbedeckt. Der Täter entfernt sich nach dem Mord an dem Mann in aller Ruhe mit der Pistole in der Hand. Vom ersten Schuss bis zum letzten Bild des Mörders in Jeans, einer grünen Jacke und mit einer schwarzen Baseballkappe vergehen nur zehn Sekunden.

Die Passanten scheinen ungerührt von dem Zwischenfall. Zu sehen ist auch, wie ein Mann nach dem Mord einfach über die Leiche steigt, die in einer Blutlache nahe dem Eingang der Bar liegt. Auch deshalb hat die Veröffentlichung in Italien viel Aufsehen erregt, aber auch einige Kritik ausgelöst - die Gewaltszenen in Fernsehen und Internet könnten auch von Kindern gesehen werden, so die Befürchtung.

Die italienische Ministerin für Gleichstellung, Mara Carfagna, die aus der Gegend von Neapel stammt, erklärte, die Menschen sollten sehen, wie "barbarisch" die Camorra vorgehe.

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