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Israel:16-Jährige soll von 30 Männern vergewaltigt worden sein

In der isralischen Stadt Eilat sollen 30 Männer ein Mädchen vergewaltigt haben.

(Foto: THOMAS COEX/AFP)

Das Mädchen hatte in der israelischen Küstenstadt Eilat Urlaub gemacht. Mittlerweile hat die Polizei zwei Männer in Gewahrsam genommen und weitere Festnahmen angekündigt. Politiker fordern eine harte Bestrafung.

Von Peter Münch, Tel Aviv

Wut und Bestürzung hat in Israel der Fall einer 16-Jährigen ausgelöst, die das Opfer einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung durch mehr als 30 Männer geworden ist. Der Vorfall ereignete sich in der Küstenstadt Eilat, wo das Mädchen gemeinsam mit einer Freundin Urlaub machte. Die Polizei hat bereits zwei 27 Jahre alte Männer in Gewahrsam genommen und weitere Festnahmen angekündigt.

Medienberichten zufolge war die 16-Jährige zwei Tage nach dem Vorfall in ihrer Heimatstadt Aschkelon zur Polizei gegangen, um Anzeige zu erstatten. Dort berichtete sie von einem Abend in größerer Runde mit reichlich Alkohol. Stark angetrunken habe sie in einem Hotelzimmer auf Toilette gehen wollen und sei dort angegriffen worden. Es soll Aufnahmen von Sicherheitskameras geben, die eine Gruppe von Männern auf dem Gang vor dem Hotelzimmer zeigen und Einzelne, die hineingehen. Einer der Festgenommenen bestätigte, dass mehr als 30 Männer beteiligt gewesen seien. Seine Anwältin behauptet jedoch, die 16-Jährige habe "die Männer zu sich gerufen".

Heftige Reaktionen auch von Politikern

Die Polizei sucht nun auf den Handys von Verdächtigen nach weiteren Videoaufnahmen. Einer der beiden Festgenommenen hatte dem Mädchen zuvor noch in einer Textnachricht geschrieben, es gebe Bilder aus dem Hotelzimmer. Nachdem im Internet die Identität der 16-Jährigen enthüllt wurde, forderten ihre Anwälte, sie an einen sicheren Ort zu bringen, wo sie vor Drohungen der Verdächtigen und deren Familien geschützt sei.

Der Fall hat auch in der Politik heftige Reaktionen ausgelöst. Präsident Reuven Rivlin schrieb einen "Offenen Brief an die israelische Jugend". Er geißelt darin den "kompletten Verlust von Grenzen, der unverzeihlich ist und uns als Gesellschaft ruiniert". Premierminister Benjamin Netanjahu zeigte sich "schockiert" und erklärte, dies sei "nicht nur ein Verbrechen an dem Mädchen, sondern ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Justizminister Avi Nissenkorn fordert volle Unterstützung für das Opfer und eine harte Bestrafung der Täter.

In Tel Aviv kamen am Abend nach Bekanntwerden des Vorfalls mehr als tausend Demonstranten auf dem zentralen Habima-Platz zusammen. Auch aus etwa 30 anderen Orten wurden Proteste gemeldet. Die Organisatoren übten Kritik an der Regierung, die zu wenig gegen sexuelle Gewalt unternehme.

© SZ/moge

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