Splashdiving-Weltmeister:Die perfekte Arschbombe? "Der Anker"

Weltmeisterschaft im Splashdiving

Köperspannung, ein Bein gestreckt, eins angewinkelt. So geht die perfekte Arschbombe.

(Foto: Frank May/dpa)

Der Sommer ist endlich da, die Leute strömen in die Freibäder. Aber wie zeigt man dort die perfekte Arschbombe? Christian Guth, mehrfacher Weltmeister in dieser Disziplin, gibt fachkundige Ratschläge.

Von Vera Schroeder

Herr Guth, der Sommer ist endlich da, die Arschbombensaison in den Freibädern beginnt. Eine Frage an Sie als Experten: Ist die Arschbombe ein Angebersprung?

Nein, aber man kann damit angeben, wenn man möchte. Viel Platsch, viel Ehr.

Ist es nicht eher der Sprung für alle, die sich in Wirklichkeit keinen Kopfsprung vom Dreier trauen?

Und wenn schon. Auf jeden Fall cooler als die Weiberkerze: gerade aus in der Luft Nase zuhalten und laut schreien.

Wie steigt man nach einem missglückten Sprung würdevoll aus dem Wasser?

Pobacken zusammenkneifen, auch beim Aussteigen. Und dann gleich noch mal hoch und wieder probieren.

Und was ist schlimmer: Vorlage oder Rückenlage?

Bauch tut mehr weh. Vorne ist ja auch das Gesicht. Am schmerzhaftesten ist es aber auf der Seite, da sind die Nieren und die Luft bleibt auch gleich weg.

Sonstige Fehlerquellen?

Das Wichtigste ist die Körperspannung, wenn man aufs Wasser kommt. Immer alles anspannen, egal in welcher Position, auch wenn man gerade voll auf den Rücken knallt: Anspannen, alles!

Splashdiving-Weltmeister: Christian Guth ist mehrfacher Splashdiving-Weltmeister. Profis wie er springen vor allem Varianten, die "Kartoffel" oder "Yogi Cannonball" heißen.

Christian Guth ist mehrfacher Splashdiving-Weltmeister. Profis wie er springen vor allem Varianten, die "Kartoffel" oder "Yogi Cannonball" heißen.

(Foto: Privat)

Schon mal jemanden ausgelacht?

Ja klar. Leicht überdrehte Bauchplatscher sehen ungünstig aus. Müssen Sie mal drauf achten, wie sich die Leute nach dem Sprung auf dem Wasser abzustützen versuchen, als wäre es der Boden.

Und wie bitte geht jetzt die perfekte Arschbombe?

Der Klassiker nennt sich Anker: ein Bein gestreckt, eins angewinkelt. Der vordere gestreckte Fuß durchbricht die Wasseroberfläche, der angewinkelte, am besten flex gestellt, verbreitert die Körperfläche und macht die Fontäne. Je tiefer ich eintauche umso größer die Luftblase im Wasser umso mehr Platsch.

Hilft Masse?

Ja, mehr Masse, mehr Wasser. Mit Technik kann man Masse aber wettmachen.

Können Frauen auch Arschbombe?

Klar! Ich kenne einige Mädels, die hauen sich recht tapfer vom Zehner runter.

Welche ist die beste Badehose?

Boardshort, ganz klar. Lässiger als die Eierzwicker. Und besser für die Oberschenkel. Wir Bomber haben aber die enge drunter, damit alles da bleibt, wo es hingehört.

Die Arschbombe heißt jetzt offiziell "Splashdive". Was soll das denn?

Wir wollten einen Sport draus machen, hatten aber Probleme mit Sponsoren, die die Kombination aus Arsch und Bombe schwierig fanden. Ich sag' trotzdem Arschbombe, das kennt halt jeder.

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