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Internet:Adieu, Quadrat

Persönlichen Daten werden im Internet gespeichert und mit künstlicher Intelligenz ausgewertet.

Bisher waren die Bilder auf Instagram immer quadratisch. Das soll sich mit der neuen Version der App ändern.

(Foto: Karly Domb Sadof/AP)

Die Bilderplattform Instagram will künftig auch Onlinefotos im Hoch- und Querformat im Netzwerk zulassen. Sieht so etwa eine digitale Revolution aus?

Die Welt ist kein Quadrat mehr. Fünf Jahre lang hat die Bilderplattform Instagram Millionen Nutzer auf der ganzen Welt dazu erzogen, alles Wichtige in ein Blickfeld mit vier gleich langen Seiten zu quetschen. Bergpanorama in Häppchen und Menschen meist ohne Unterkörper. Der Teller wurde zum Lieblingsmotiv, weil das Runde so schön ins Quadratische passt. Die künftige Version der App soll nun auch Bilder in Hoch- und Querformat zulassen, das kündigte der Konzern am Donnerstag an. Der Grund: Von fünf Fotos auf der Plattform lasse sich bisher eines nicht richtig darstellen.

Die Kulturpessimisten unter den Netzkommentatoren reagierten, als verpacke Ritter Sport seine Schokolade nun im Milkaformat und prophezeiten den Untergang des Instagramlandes. Onlinemedien hingegen verkündeten den Schritt als "Revolution". Für die Nutzer jedenfalls steht nun erst einmal eine horizontale und vertikale Horizonterweiterung an. Die kann durchaus auch praktisch sein. Immerhin mussten sie bislang Freunde aus dem Bild schneiden, um die #Partyyy dokumentieren zu können. Die Dokumentation von imposanten Sehenswürdigkeiten war fast unmöglich. #Selfie unterm #Eiffelturm? Keine Chance. Die #BrooklynBridge in #NewYork? Existiert auf Instagram bislang hauptsächlich zerstückelt. Die Erkenntnis, dass Fotos im Hoch- und Querformat wirklich sehr praktisch sind, hat sich also durchgesetzt. Weiß man ja von allen anderen sozialen Netzwerken. Und eigentlich schon aus Zeiten, in denen man Fotos noch in Alben klebte.