SZ-Kolumne "Bester Dinge":"Mensa" hat ein neues jüngstes Mitglied

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(Foto: Kasper Nymann/imago)

Eine Zweijährige baut Wörter aus Buchstaben-Klötzen - und wird in einen Verein für außerordentlich kluge Menschen aufgenommen. Ihre Eltern müssen nun anders kommunizieren.

Von Marcel Laskus

Stuhl, Couch, Fernseher. Zusammengesetzt aus Buchstaben-Klötzen liegen plötzlich Wörter wie diese im Wohnzimmer der Familie McNabb aus dem US-Staat Kentucky herum - und niemand weiß, warum. Die Spurensuche führt nicht zu einem Botschafter aus einer fernen Galaxie und auch nicht zu einem heimlich veranstalteten Scrabble-Stammtisch, weshalb nur eine andere Option bleibt: Das muss Isla gewesen sein, die erst zweieinhalbjährige Tochter des Hauses.

Ihre Eltern dürften von dieser Erkenntnis nur mittelschwer verblüfft gewesen sein, immerhin hat Isla ihnen ja schon vorher Wörter vorgelesen. Jetzt wollten sie es genauer wissen und schickten sie zu einer Art IQ-Test, der üblicherweise erst in einem höheren Alter durchgeführt wird. Aufgrund der nun ausbuchstabierbaren Indizien war es wohl dringlich. Das Ergebnis: Isla ist intelligenter als 99 Prozent der Gleichaltrigen, was ihr wiederum einen Beitritt bei "Mensa" ermöglicht, einem Verein für außerordentlich kluge Menschen. Nun ist sie dort das jüngste Mitglied.

In der Washington Post äußerten sich die Eltern erleichtert darüber, dass Isla ansonsten ganz gewöhnlich sei. Sie möge Cartoon-Serien, sie puzzle gern und gehe mit Gleichaltrigen in die Kinderkrippe, wo sie neue Freunde kennenlerne. Und doch ist sie mit ihrer besonderen Vokabel-Auffassungsgabe eben immer irgendwie präsent. Für geheime Absprachen müssen die Eltern deshalb auf etwas zurückgreifen, das selbst für hochbegabte Zweijährige noch unerreichbar ist: Soll ihre Tochter etwas wirklich nicht mitbekommen, schreiben sich Vater und Mutter Nachrichten auf dem Handy.

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