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Säureanschlag auf Innogy Manager:Tatverdächtiger kommt frei

Bernhard Günther

Im März 2018 wurde Innogy-Manager Bernhard Günther Opfer eines Säureanschlags.

(Foto: Roland Weihrauch/dpa)
  • Gut anderthalb Jahre nach dem Säureanschlag auf den Energiemanager Bernhard Günther ist ein Tatverdächtiger wieder auf freiem Fuß.
  • Derzeit könne dem 32-Jährigen kein dringender Tatverdacht nachgewiesen werden, teilte ein Sprecher des Landgerichts Wuppertal der SZ mit.
  • Vermummte Angreifer hatten auf den Innogy-Finanzvorstand Bernhard Günther am 4. März 2018 ein Säureattentat verübt.

Gut anderthalb Jahre nach dem Säureanschlag auf den Energiemanager Bernhard Günther ist der bislang einzige Tatverdächtige wieder auf freiem Fuß. Das Landgericht Wuppertal hat den Haftbefehl gegen Marko L. am Freitag aufgehoben. Das teilte ein Gerichtssprecher der SZ mit. Demnach könne dem 32-Jährigen derzeit kein dringender Tatverdacht nachgewiesen werden. Der Beschuldigte werde daher nun aus der Untersuchungshaft entlassen.

Zwei vermummte Angreifer hatten den Finanzvorstand des Energiekonzerns Innogy am Morgen des 4. März 2018 zu Boden geworfen, festgehalten und mit konzentrierter Schwefelsäure überschüttet. Der heute 52-Jährige Günther wurde damals lebensbedrohlich verletzt. Der Angriff geschah in der Nähe seines Hauses in Haan bei Düsseldorf. Diesen Oktober nahm die Polizei Marko L. fest, der eigens für ein Ringerturnier in Köln aus Serbien angereist war. Die Ermittler gehen davon aus, dass es Hintermänner der Tat gibt, und suchten diese zuletzt in Günthers beruflichen Umfeld.

Die Entscheidung am Freitag habe den Manager überrascht, sagte sein Sprecher der SZ. "Der Beschluss der Kammer ist für ihn schwer nachzuvollziehen." Nach der Freilassung nehme auch die Bedrohungslage für Günther und seine Familie "massiv" zu. Der Anwalt des Managers, Martin Meinberg, sprach von einem ernüchternden Signal. "Herr Günther war der Überzeugung, dass sein Fall zumindest teilweise alsbald aufgeklärt werden würde." Der Beschluss müsse nun genauestens analysiert werden, fordert Meinberg.

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