Süddeutsche Zeitung

Indonesien:Teure Waran-Sichtung 

Eigentlich sollte die Insel Komodo für Touristen gesperrt werden, doch jetzt hat es sich die Regierung anders überlegt.

Indonesien will sich den Eintritt auf seine "Dracheninsel" Komodo künftig teuer bezahlen lassen. Bei einem Treffen der Zentralregierung in Jakarta mit Amtsträgern aus der Provinz wurde beschlossen, die Insel, auf der etwa 5000 riesige Warane leben, zu einem "exklusiven" Urlaubsziel zu machen. Die bereits beschlossene Schließung für die Dauer von zwölf Monaten wurde wieder gekippt, wie ein Sprecher der Provinzregierung mitteilte. Bislang war geplant gewesen, Komodo vom 1. Januar 2020 an für ein Jahr für alle Touristen zu sperren. Damit sollte der Natur Gelegenheit gegeben werden, sich zu erholen.

Die Insel östlich von Bali ist Heimat von etwa 5000 Waranen, die bis zu drei Meter lang und mehr als 70 Kilogramm schwer werden. Sie werden auch die "letzten Drachen der Welt" genannt. Komodo-Warane haben den Ruf, ziemlich aggressiv zu sein. Angriffe auf Menschen sind jedoch selten. Derzeit kommen pro Monat mehr als 10 000 Besucher auf die Insel. Als Eintrittspreis werden bislang umgerechnet etwa 9,20 Euro fällig. Im Gespräch sind nun bis zu 450 Euro.

Indonesiens Minister für Meeresangelegenheiten, Luhut Pandjaitan, sagte: "Komodo wird nicht geschlossen werden. Aber wir werden es weiter entwickeln und die Zahl der Besucher begrenzen." Eine offizielle Zahl nannte er nicht. Die Rede ist von maximal 5000 Urlaubern pro Monat. Zugleich kündigte der Minister an, dass "Nicht-Premium-Touristen" nur noch auf die Nachbarinsel Rinca gelassen werden sollen. Dort leben ebenfalls Komodo-Warane, die allerdings kleiner sind.

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Quelle:
SZ vom 02.10.2019 / dpa
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