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Indien:Schuldspruch wegen Gruppenvergewaltigung

In einem verfallenen Industriegebäude in Mumbai fielen sie über ihr Opfer her: Vier Männer sind in Indien wegen der Vergewaltigung einer 22-jährigen Fotografin verurteilt worden. Das Strafmaß wird noch verkündet, doch schon jetzt ist von einem "starken Signal" die Rede.

Im Prozess um die Vergewaltigung einer jungen Frau im indischen Mumbai sind die vier Angeklagten schuldig gesprochen worden. Das Strafmaß gegen die Männer, die zum Zeitpunkt ihrer Festnahme im vergangenen Jahr zwischen 18 und 27 Jahre alt waren, steht noch nicht fest. Es soll voraussichtlich am Freitag verkündet werden.

Nach Angaben der Zeitung Times of India reicht das Strafmaß für Gruppenvergewaltigung von 20 Jahren bis zu lebenslänglicher Haft. Ein zur Tatzeit Minderjähriger steht derzeit noch vor einem Jugendgericht. Die 22-jährige Fotografin wurde im August vergangenen Jahres von fünf Männern angegriffen. Sie war zu Aufnahmen für eine Fotoreportage in einem verfallenen Industriegebäude in einem wohlhabenden Wohnviertel der Wirtschaftsmetropole mit einem männlichen Kollegen unterwegs. Dieser wurde niedergeschlagen und gefesselt, während sich die Angreifer mehrfach an der Frau vergingen. Sie trug Verletzungen davon und wurde mehrere Tage lang im Krankenhaus behandelt.

Der Schuldspruch werde ein "starkes Signal" an mögliche weitere Täter senden, sagte der Leiter der Anti-Terror-Einheit in Mumbai, Himanshu Roy, dem Nachrichtensender NDTV. Die Tat hatte die Menschen im vergleichsweise sicheren Mumbai geschockt und die Debatte über die Behandlung von Frauen in Indien erneut angefacht.

Ursprünglicher Auslöser der öffentlichen Diskussion war die brutale Gruppenvergewaltigung einer 23-jährigen Studentin in Neu Delhi im Dezember 2012. Die Studentin wurde so schwer misshandelt, dass sie zwei Wochen später ihren Verletzungen erlag. Vier Männer wurden in dem Fall zum Tode verurteilt, gegen einen zur Tatzeit Minderjährigen wurde die maximale Jugendstrafe von drei Jahren Haft verhängt.

© AFP/olkl/leja
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