Indien Mehr als hundert Menschen sterben durch gepanschten Alkohol

Illegal gebrannter Schnaps hat im Osten Indiens mindestens 126 Menschen das Leben gekostet. Dutzende weitere werden noch mit Vergiftungserscheinungen in Krankenhäusern behandelt. Die giftigen Spirituosen wurden zu einem Drittel des Normalpreises verkauft.

Bauarbeiter, Rikschafahrer, Straßenhändler - die Katastrophe um gepanschten Alkohol im Osten Indiens trifft vor allem die Ärmsten. Mindestens 126 Menschen sind bislang nach dem Konsum von illegal gebranntem Schnaps gestorben, den sie bei Schwarzmarkthändlern im etwa 30 Kilometer südlich von Kolkata (Kalkutta) gelegenen Ort Sangrampur gekauft hatten. Das berichtet der indische Fernsehsender NDTV.

Dutzende weitere Personen seien zur Behandlung in Krankenhäusern, teilte ein Sprecher der Behörden mit. NDTV berichtete aus einer Klinik, die Menschen litten an schweren Krämpfen.

Die giftigen Spirituosen sollen zu einem Drittel des üblichen Preises für hochprozentigen Alkohol angeboten worden sein. Die ersten Opfer seien in der Nacht zum Mittwoch krank geworden, teilte der Behördensprecher weiter mit. Bei den Toten handle es sich überwiegend um Tagelöhner und andere arme Menschen.

Die Polizei erklärte, sie habe wegen der Herstellung und Verbreitung der verunreinigten Alkoholmischung vier Verdächtige festgenommen. Die Regierungschefin von Westbengalen, Mamata Banerjee, forderte "strenge Maßnahmen gegen diejenigen, die illegal Alkohol produzieren und verkaufen".

Nach Angaben der indischen Nachrichtenagentur PTI boten die Behörden an, die Angehörigen der Todesopfer finanziell zu unterstützen. Durch das Trinken von billigem, selbstgebranntem Alkohol kommen in Indien jedes Jahr viele Menschen ums Leben. Im Jahr 2009 forderte ein Fall im Westen des Landes 112 Todesopfer.