SZ-Kolumne "Bester Dinge":Seid fruchtbar und mehret euch

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(Foto: dpa)

Tierschützer haben die australische Breitzahnratte wohl in letzter Sekunde vor dem Aussterben gerettet - eine Nachricht, die eine indische Möchtegern-Oma mit Neid erfüllen dürfte.

Von Kerstin Lottritz

Wer sich nicht fortpflanzt, stirbt aus. Diese simple Regel der Evolution kann zu zwischenmenschlichen Dramen führen, etwa wenn es um das Fortbestehen einer Dynastie geht. In den einschlägigen Zeitschriften liest man jedenfalls Woche für Woche darüber, in welchem Adelshaus sich gerade eine Prinzessin grämt, weil sie keinen Thronfolger gebärt.

Wenn Tiere wie die australische Breitzahnratte vom Aussterben bedroht sind, grämen sich höchstens Artenschützer. Ratten haben eben, anders als Adelshäuser, unter Menschen keine Lobby. Die Breitzahnratten sind so selten geworden, dass die Tierschutzorganisation Aussie Ark für ihr rettendes Zuchtprogramm lediglich ein einziges Tier fangen konnte. Sogar Biologie-Banausen wissen: Einer allein reicht für gewöhnlich nicht für die Fortpflanzung. Die Tierschützer gaben aber nicht auf, sie schickten Ranger in entlegene Gebiete Australiens, die tatsächlich sechs Ratten aufstöberten. Die Dynastie der Breitzahnratten dürfte somit in letzter Sekunde gerettet worden sein.

Ob sich die Ratten, wenn sie Menschen wären, eine solche Einmischung in Fortpflanzungsfragen gefallen lassen würden? Möglicherweise nicht, wie ein Blick nach Indien vermuten lässt. Dort hat eine Mutter ihren Sohn und ihre Schwiegertochter verklagt, weil sie ihr noch immer keine Enkelkinder geschenkt haben. Das sei seelische Folter, sagte sie dem indischen Rechtsportal Bar and Bench zufolge. Vor Gericht fordert sie nun: Entweder bekommen Sohn und Schwiegertochter innerhalb eines Jahres ein Kind oder die verhinderte Oma eine Entschädigung von 50 Millionen Rupien (613 000 Euro). Das Paar scheint aber keine Lust auf Dynastie zu haben, vor Gericht sagten sie: Sie hätten sich getrennt.

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