Süddeutsche Zeitung

Indien:Affenplage in Neu-Delhi

Zehntausend wilde Affen terrorisieren in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi die Bürger. Sogar der Vize-Bürgermeister fiel einer Attacke zum Opfer - und kam dabei ums Leben.

Die indische Hauptstadt Neu-Delhi wird der geschätzten 10.000 wilden Affen auf ihren Straßen nicht Herr. Bürgermeister Aarti Mehra sagte, die Stadtverwaltung verfüge "weder über das Fachwissen noch über die Infrastruktur" zur Bekämpfung der Plage.

Am Wochenende war Mehras Stellvertreter S.S. Bajwa bei der Abwehr der wilden Menschenaffen auf der Terrasse seines Hauses gestürzt und später seinen schweren Kopfverletzungen erlegen. Der 52-jährige gehörte zur Bharatiya Janata Partei, der vorgeworfen wird, nicht konsequent genug gegen die wilden Affen in der Hauptstadt vorzugehen.

Laut Mehra treten bei der Gefangennahme der Affen Tierschützer und fromme Hindus auf den Plan und fordern die sofortige Freilassung. Von gläubigen Hindus werden die Menschenaffen als Reinkarnation des Affengottes Hanuman angesehen. Im Mai hatten die Abgeordneten des indischen Parlaments Schutz verlangt, da die Tiere oft in das Parlamentsgebäude und in Ministerien eingedrungen waren.

Auch in dem massiv gesicherten Komplex, in dem sich das Büro von Premierminister Manmohan Singh befindet, wurden sie schon gesichtet. Die Tierschutzorganisation Wildlife SOS führt das Problem darauf zurück, dass der natürliche Lebensraum der Affen ständig eingeschränkt werde.

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AFP/cag
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