SZ-Kolumne "Bester Dinge":Ins Glück gegoogelt

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(Foto: Imago Images/Chromorange)

Eine 20-jährige Inderin hat offenbar eine Sicherheitslücke bei Microsoft entdeckt und dafür 30 000 Dollar bekommen. Dabei ist sie nicht mal Programmiererin.

Von Veronika Wulf

Manchmal braucht es nicht viel, um erfolgreich zu sein. Bei Aditi Singh waren es ein Computer, Internet - und ihr Kopf. Die E-Mail, die die 20-jährige Inderin am Sonntag auf Twitter geteilt hat, beginnt mit einem schlichten "Hallo" und ist offenbar von dem Software-Unternehmen Microsoft. Darin steht, sie habe eine wichtige Sicherheitslücke in der Cloud-Plattform Azure von Microsoft gefunden und werde dafür 30 000 Dollar bekommen.

Dass Softwarefirmen Hacker belohnen, die sie auf Fehler hinweisen, kommt durchaus häufiger vor. Bug bounty hunting - das Jagen nach solchen Fehlern für "Kopfgeld" - ist bei Hackern und IT-Fans in Indien beliebt, in der Hoffnung auf Geld und Karriere. Doch wie findet man solche Sicherheitslücken? "Es ist ziemlich einfach, wenn man schlau genug ist, im Internet zu suchen", wird Singh von der Times of India zitiert. Denn das Besondere an ihrer Geschichte, über die verschiedene indische Medien berichteten, ist nicht nur, dass sie erst 20 Jahre alt ist. Sie hat auch gar nicht Informatik studiert. Sie habe Javascript, MySQL und andere Programmiersprachen kennengelernt, indem sie "bei Google gesucht und Videos auf Youtube angeschaut habe", sagte sie der Zeitung. Erst im Mai habe sie 7500 Euro Fehlerkopfgeld von Facebook bekommen. Und ein Unternehmen habe sie sogar als IT-Sicherheitsexpertin eingestellt, nachdem sie es auf Mängel hingewiesen hatte.

Auf Twitter wird die Hackerin aus Delhi gefeiert, Tausenden gefällt ihr Beitrag, Dutzende gratulieren - und einige wollen wissen, wie sie das gemacht hat. Doch die bekommen direkt von anderen Nutzern einen Rat, der ganz in Singhs Sinne sein dürfte: Google es!

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© SZ/moge
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