Immobilie in Meiningen:Schlossbesitzer gesucht

In Thüringen steht Schloss Landsberg zum Verkauf. Für 4,5 Millionen Euro gibt es: 1800 Quadratmeter, drei Türme, einen Rittersaal, eine goldene Hochzeitssuite - und einen Haken.

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(Foto: Poll Immobilien)

Deutschland hat mehr als 15 000 Schlösser und Burgen. Drei der bekanntesten sind: das bayerische Schloss Neuschwanstein bei Füssen ("Märchenschloss vom Märchenkönig"), Schloss Sanssouci in Potsdam ("Preußisches Versailles") und Schloss Moritzburg bei Dresden (Originaldrehort von "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"). Alle drei: leider unverkäuflich. In Meiningen bietet sich nun eine einmalige Chance, denn Schloss Landsberg steht zum Verkauf. Das ehemalige Lustschloss der Herzöge von Sachsen-Meiningen war bis Anfang 2014 ein Luxushotel, Schwerpunkt Romantik. Es musste wegen mangelnder Auslastung geschlossen werden.

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Für 4,5 Millionen Euro gibt es auf 1800 Quadratmetern: drei Türme, eine Burgschänke mit Rittersaal, einen Schlosshof mit Brunnen, eine 100-stufige Wendeltreppe, zinnenbekrönte Mauern und einen "Löwenerker". Außerdem 20 Zimmer (sieben Suiten und 13 Gästezimmer), eine Großküche, einen Biergarten, eine Turmbar - und einen Aufzug. Außerdem die Aussicht auf Rhön und Werratal - sowie die Autobahn 71 in der Nähe. Der Käufer darf das denkmalgeschützte Gebäude privat oder gewerblich nutzen. Wer noch mehr auf der hohen Kante hat, könnte sich 8000 Quadratmeter und 15 Hektar Wald dazukaufen.

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Blick in die goldene Hochzeitssuite. Weil sich Hochzeitspaare von dem Schloss angezogen fühlten, richtete die Stadt Meiningen dort 2005 eine Außenstelle des Standesamtes ein. Neben Verliebten übernachteten auf dem Schloss schon Boney M. ("Daddy Cool"), die Band Hot Chocolate ("You sexy thing"), die Berliner Philharmoniker und der israelische Satiriker Ephraim Kishon.

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Bernhard II. von Sachsen-Meiningen ließ Schloss Landsberg 1836 als Sommerresidenz auf den Ruinen der ehemaligen Burg Landeswehre errichten. Und weil der Herzog durch seine Besuche bei seiner Schwester Adelheid, von 1830 an Königin von England, ein Fan englischer Adelssitze war, ließ er sein neugotisches Schloss nach deren Vorbild gestalten.

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Bis zum Ersten Weltkrieg konnte das Schloss besichtigt werden, 1920 wurde es der Wohnsitz eines New Yorker Kaufmanns, danach gehörte es einer Familie aus Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es verstaatlicht. Zwischenzeitlich war das neugotische Bauwerk sogar mal ein Seniorenheim, Ende der Siebzigerjahre wurde es zu einem Hotel umgebaut. Fünf Jahre befand es sich in Besitz von Prinz Friedrich-Ernst von Sachsen-Meiningen, im Anschluss übernahm eine Hotelkette das Schloss. Aktuell ist die gemeinnützige Stiftung Meininger Baudenkmäler der Eigentümer. Mit dem Erlös aus dem Verkauf soll die Sanierung anderer historischer Denkmäler finanziert werden, heißt es in Medienberichten. (Im Bild: der Rittersaal)

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Das Auktionshaus Christie's hat Schloss Landsberg im Sommer in seine Immobiliensparte aufgenommen. Nach Berichten des MDR wird die Immobilie vor allem in China, Russland und den USA beworben - bisher erfolglos. Landsberg ein Ladenhüter? Schon vor mehreren Jahren hatte die Stiftung unter Vorsitz von Uwe Klein Verkaufsversuche unternommen. Damals war der Kaufpreis doppelt so hoch wie heute, also neun Millionen. Warum es trotzdem bisher niemand gekauft hat? Es könnte an einem Buchstaben in der Immobilienanzeige liegen, der den Energiebedarf kennzeichnet. Dort läuft das Schloss unter der Energieeffiienzklasse H.

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