SZ-Kolumne "Bester Dinge":Übernachtungsparty - ein neuer Trend?

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Igloo - at night. Churchill, Manitoba, Canada. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: M.xWatson 10786675
(Foto: imago images/Ardea)

In England ließen sich Anfang der Woche "Oasis"-Fans in einem Pub einschneien, nun taten es ihnen im Norden Jütlands 30 Dänen gleich: Sie übernachteten bei Ikea.

Von Kai Strittmatter, Kopenhagen

In diesen Vorweihnachtstagen bricht nicht nur der Winter ein in die Erwachsenenwelt, sondern auch ein Trend, den man bislang bei Teenagern gut aufgehoben wusste: die spontane Übernachtungsparty. Im Norden Englands ließen sich Anfang der Woche ein paar Dutzend Konzertbesucher samt Oasis-Coverband in einem Pub einschneien, in der Nacht zum Donnerstag nun taten es ihnen im Norden Jütlands 30 Dänen gleich: Sie verbrachten die Nacht im lokalen Ikea, während draußen in und um Aalborg ein Schneesturm tobte.

Ob die gefallenen 20 bis 30 Zentimeter die Eingeschlossenen wirklich am Nachhausegehen hinderten, sei dahingestellt. Gleichzeitig übernachteten auf jeden Fall auch 300 Passagiere am lokalen Flughafen. In dem Möbelhaus fanden Kunden und Mitarbeiter in der Personalkantine einen Hort größtmöglicher Gemütlichkeit, wobei das Herstellen letzterer bekanntermaßen dänische Primärtugend ist. Filialleiter Peter Elmose meldete zufrieden in Live-Schalten zu den Sendern TV2 und DR über sein Handy eine "fantastische Atmosphäre": Man guckte Fußball, trank Kakao und labte sich an Zimtschnecken und Risalamande, dem sahnigen dänischen Weihnachtsmandelmilchreis. Fast wie in einem Ikea-Werbespot, wobei Elmose glaubhaft versicherte, das sei ihm gar nicht in den Sinn gekommen.

Kurz nach Mitternacht schleppten sich dann alle satt und müde in die Schlafzimmerausstellung und sanken zufrieden in die Betten Malm und Björksnäs, in Espener und Slattum. "Jeder konnte genau das Modell finden, das er schon immer mal ausprobieren wollte", sagte der Filialleiter stolz, beeilte sich aber hinzuzufügen, dass man die Betten am Donnerstagmorgen allesamt schon wieder frisch bezogen habe. Wahrscheinlich in heimlicher Erwartung des nächsten Schneesturms.

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