Süddeutsche Zeitung

Hurrikan Matthew:"Dieser Sturm ist ein Monster"

Besonders in Haiti hat "Matthew" massive Schäden und mehr als 500 Menschen getötet. An der US-Küste kommt er langsamer und schwächer an, doch auch hier gibt es Überschwemmungen.

Es sind verheerende Schäden, die der Hurrikan Matthew in der Karibik angerichtet hat. Besonders betroffen ist Haiti, wie hier in der Stadt Jérémie, wo nach wie vor viele Menschen in Armut und einfachen Gebäuden leben, die schweren Stürmen nicht standhalten. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 215 Kilometern pro Stunde ist Matthew der stärkste Wirbelsturm seit mehr als zehn Jahren in der Region. Mehr als 500 Menschen sind allein in Haiti ums Leben gekommen.

Die Hilfsorganisation Care erklärte, in der südhaitianischen 30 000-Einwohner-Stadt Jérémie habe der Sturm etwa 80 Prozent der Gebäude zerstört. Insgesamt sind 1,4 Millionen Menschen in dem Inselstaat auf Hilfe angewiesen; sie brauchen Nahrung, sauberes Trinkwasser und eine Unterkunft. Dieses Mädchen isst in den Trümmern eines Hauses.

Weil die Trinkwasserversorgung verunreinigt ist, drohen Epidemien.Mehrere Hundert Menschen sind bereits an der Cholera erkrankt und werden wie hier in Jérémie behandelt. Dutzende sind bereits an der Durchfallerkrankung gestorben. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schickt eine Million Impfdosen.

Der Südwesten Haitis, wie hier die Stadt Les Cayes, ist besonders schwer von dem Hurrikan getroffen. Von der Sankt-Anna-Kapelle in Les Cayes ist nur noch der Altar erhalten. Der Rest des Gebäudes liegt in Trümmern.

Auch von dem Haus dieser beiden Bewohner von Les Cayes steht nur noch ein kleines Stück Mauer.

Auch die Bahamas, hier eine Ausfallstraße in der Hauptstadt Nassau, hat der Sturm am Donnerstag getroffen. Zahlreiche Bäume wurden umgeknickt.

"Dieser Sturm ist ein Monster", hatte Floridas Gouverneur Rick Scott gesagt und die Bevölkerung dazu aufgerufen, sich umgehend in Sicherheit zu bringen. In den USA kamen 43 Menschen durch den Hurrikan ums Leben. In St. Augustine, der ältesten von Europäern gegründeten Stadt der USA, peitschte der Wind durch die überfluteten Straßen.

Endzeitstimmung in Disney-World. Der Vergnügungspark wurde geschlossen. Das Hurrikan-Zentrum in Miami warnte: Selbst wenn das Auge des Sturms auf seinem Zug nordwärts ganz über Wasser bleiben sollte, sei wegen der Küstennähe mit möglicherweise katastrophalen Folgen zu rechnen. Matthew sei anders als alle Stürme in den vergangenen Jahrzehnten, so der US-Wetterdienst. Dem Sender CNN zufolge hatte die Behörde in dieser Intensität zuletzt vor Hurrikan Katrina 2005 gewarnt, der damals New Orleans verwüstete.

Diese Bewohner der Stadt verschanzten sich in ihrem Haus und blickten fassungslos auf die Wassermassen.

Andere Bürgerinnen und Bürger flüchteten in eine Turnhalle der Pedro Mendez High School und warteten dort auf das Ende des Wirbelsturms. Auch wenn der Hurrikan sich merklich abgeschwächt hat, dürfte den meisten Bürgern durch die Flut ein hoher Schaden entstehen.

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