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Hurrikan "Ike" vor Kuba:Flucht aus Havanna

Angst vor dem Sturm: Eine Million Menschen haben Kubas Hauptstadt verlassen. Nachdem der Hurrikan Ike eine Spur der Verwüstung geschlagen hat, schwächt er nun ab. Er könnte jedoch wieder an Stärke gewinnen.

Der Wirbelsturm Ike hat sich über Kuba deutlich abgeschwächt. Der Hurrikan peitschte nur noch mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde über die Karibikinsel und wurde deshalb in die niedrigste Wirbelsturmkategorie eins herabgestuft. Meteorologen warnten aber, Ike könnte schnell seine zerstörerische Kraft zurückgewinnen, wenn er das Land verlässt und wieder über die warme Karibik fegt. Derzeit steuert der Sturm auf Havanna zu.

Auf der Flucht vor dem Sturm: Eine Familie auf Kuba bringt sich in Sicherheit.

(Foto: Foto: Reuters)

Trotz seiner Abschwächung über Kuba hat Ike noch vor seinem Eintreffen die etwa 1,6 Millionen Einwohner der Hauptstadt Havanna in Angst und Schrecken versetzt: Die Menschen deckten sich mit Lebensmitteln und Wasser ein. Brigaden reinigten die Straßen von Abfällen und Müll, damit die Abflüsse in den Straßen für die zu erwartenden Wassermassen frei bleiben. Tausende Menschen wurden aus gefährdeten Gebäuden in Ufernähe in Sicherheit gebracht. Die Metropole im Westen des Landes gilt wegen vieler alter Gebäude als besonders anfällig. Die Schulen dort blieben am Montag geschlossen, Inlandsflüge wurden gestrichen.

Im Osten von Kuba hinterließ der Hurrikan eine Spur der Verwüstung. Vier Menschen kamen durch den Wirbelsturm ums Leben. Ein 35- und ein 76-jähriger Mann erlitten, wie das kubanische Fernsehen berichtete, einen tödlichen Stromschlag, als sie in der zentralkubanischen Provinz Villa Clara eine Antenne vom Dach ihres Hauses abnehmen wollten. In der Stadt Camagüey in der gleichnamigen Provinz im Osten des Landes wurde den Angaben zufolge ein 35-jähriger Mann unter einer einstürzenden Wand begraben, nachdem ein Baum auf sein Haus gestürzt war. In der östlichen Provinz Holguín sei eine 74-jährige Frau nach dem Einsturz ihres Hauses gestorben.

Zahlreiche Häuser wurden zerstört und Städte überschwemmt. Ike riss Bäume aus und knickte Strommasten um. Zudem verwüstete er Kaffeefelder und Rohrzuckerplantagen.

Auf Haiti hatte der Hurrikan Ike zuvor bereits mehr als 60 Menschen in den Tod gerissen. Haiti war in den vergangenen drei Wochen von vier schweren Wirbelstürmen heimgesucht worden, dabei starben insgesamt mindestens 342 Menschen. Etwa 86.000 Betroffene leben derzeit in Notunterkünften. Auf Kuba hatten die Behörden dagegen mehr als eine Million Anwohner noch rechtzeitig in Sicherheit bringen können.

In den USA warnte die Katastrophenschutzbehörde Fema unterdessen, dass der weitere Verlauf von Hurrikan Ike besonders schwer vorherzusagen sei. Es sei zwar davon auszugehen, dass der Wirbelsturm gegen Samstag irgendwo im Südosten von Texas auf die USA treffen werde. Letzendlich sei aber die gesamte Küste von Florida bis zur Grenze nach Mexiko gefährdet. Ebenfalls sei unklar, wie stark der Hurrikan zu diesem Zeitpunkt sei.