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Hungersnot:Malawis Präsident ruft Notstand wegen Hungerkrise aus

Malawians queue for food aid distributed by the United Nations World Food Progamme (WFP) in Mzumazi village near the capital Lilongwe

Malawische Männer und Frauen stehen im Februar bei der Essensausgabe des UN-Welternährungsprogrammes WFP im Dorf Mzumazi an.

(Foto: REUTERS)

Im vergangenen Jahr wurde das Land von Überschwemmungen heimgesucht, dieses Jahr folgt eine schwere Dürre. Das schadet den Ernten.

Manchmal folgt die Natur einer brutalen Ironie: Ausgerechnet jene Regionen Malawis, die vergangenes Jahr durch anhaltende Regenfälle geflutet wurden, seien in diesem Jahr von Dürre betroffen, sagte der malawische Landwirtschaftsminister George Chaponda am Mittwoch. Weil es infolge der Dürre vorraussichtlich zu schweren Einbußen bei der Ernte kommen wird, hat Malawis Präsident Peter Mutharika nun den Notstand ausgerufen.

Mehr als zwölf Prozent könnten die Ernten im Vergleich zum Vorjahr einbrechen, warnte Mutharika. Konkret bedeute das, dass in den nächsten Monaten mehr als eine Million Tonnen Mais - ein Grundnahrungsmittel in Malawi - fehlen werden. Schon jetzt sind nach Angaben der Vereinten Nationen bis zu 2,8 der 17 Millionen Einwohner Malawis von Hunger bedroht. Landwirtschaftsminister Chaponda befürchtet, dass diese Zahl in den kommenden Monaten weiter steigen könnte.

"Die Lage ist ziemlich düster", warnt ein UN-Sprecher

Bereits im Februar hatte das UN-Welternährungsprogramm WFP gewarnt, dass Malawi in den nächsten zehn Jahren eine schwere Lebensmittelkrise drohe. "Die Lage ist ziemlich düster, und wir glauben, dass das Schlimmste noch kommt", sagte WFP-Sprecher David Orr. Die malawische Regierung hat nun die internationale Gemeinschaft um Unterstützung gebeten.

Wegen der durch das globale Klimaphänomen El Niño ausgelösten Dürre sind in den Ländern im Süden und Osten Afrikas nach UN-Angaben mindestens 50 Millionen Menschen von Hunger bedroht. Schon jetzt hilft das WFP 2,4 Millionen Menschen in Malawi, doch den verschiedenen Programmen fehlen mehrere Milionen US-Dollar. Neben Malawi leiden auch Simbabwe, Mosambik und Sambia unter Lebensmittelengpässen.

© SZ.de/dpa/AFP/jly/bepe
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