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Horst Mahler vor Gericht:Im Zweifel für die Holocaust-Leugner

Es sind diese juristischen Details, mit denen Mahler seinen Kampf gegen die Geschichtsschreibung ficht. Doch auch das Gericht hat Mittel und Wege, sich zu wehren: In München ist nach SZ-Informationen ein Gerichtspsychiater bestellt, der überprüfen soll, inwieweit Mahler überhaupt noch zurechnungsfähig ist.

Von diesem Montag an also geht es in München um Volksverhetzung in insgesamt zehn Fällen. Dabei zeigt sich auch, wie sehr Horst Mahler die Bühne vor Gericht herbeisehnt: Im November 2007 versandte er an drei völlig willkürlich gewählte Empfänger eine CD. Darauf gespeichert waren laut Anklageschrift Auszüge aus dem Buch des rechtskräftig verurteilten Holocaust-Leugners Germar Rudolf.

Die Tatsache, dass die Verbreitung dieses Buchs in Deutschland strafbar ist, setzte Mahler gezielt ein. So heißt es in dem Anschreiben: "Ich weiß - und nehme in Kauf - dass ich wegen dieser Anstrengung vor Gericht gestellt und zu einer Strafe verurteilt werde. In dem zu erwartenden Strafverfahren werden sie als Zeuge aussagen müssen." Noch im November erstattete Mahler Selbstanzeige.

Ähnlich lesen sich auch die anderen Anklagepunkte: Mahler werden antisemitische Hetzreden in einem Interview und in einer Rede vorgeworfen - beides stand öffentlich zugänglich im Netz. Mahler versandte noch weitere CD-Rom mit volksverhetzenden Inhalten.

Es sind diese extremen Anschauungen, die das Leben von Horst Mahler prägen. Er gilt als Vater des linksextremistischen Terrors, ist Gründungsmitglied der RAF. Heute gehört er zu den Ideologen der Nazi-Szene. Ändern brauchte er dazu nicht viel, er musste nur den Internationalismus der kommunistischen Ideologie gegen die Volksgemeinschaft eintauschen.

Am 8. Oktober 1970 wurde er festgenommen, später zu 14 Jahren Haft verurteilt. 1975 lehnte er es ab, zusammen mit anderen Inhaftierten gegen den entführten Berliner CDU-Vorsitzenden Peter Lorenz freigepresst zu werden. 1980 kam er vorzeitig frei.

Im Sommer 2000 trat er der NPD bei. Er wurde Hauptverteidiger der NPD im Verbotsverfahren, engagierte sich außerdem im Deutschen Kolleg, das sich selbst als Kaderschmiede für Nationalisten sieht. 2003 trat er jedoch wieder aus der Partei aus, gründete im November den mittlerweile verbotenen "Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten".

Seither strebt Mahler offenbar eine Wiederauflage der letzten größeren Revisionismus-Kampagne in den achtziger Jahren an. Der Mann, der schon mal den Arm zum Hitlergruß hebt, scheint noch etwas anderes mit diesem Vorbild zu teilen. Denn auch Adolf Hitler nutzte nach seinem gescheiterten Putschversuch den Gerichtsprozess als öffentliche Bühne - um sein Staats- und Geschichtsverständnis zu propagieren.