"Honig im Kopf" Til Schweiger wird abgesetzt

"Überlanges Wirrwarr": Nick Nolte spielt den Großvater in "Head full of Honey".

(Foto: Warner Bros.)

Deutscher Humor ist nicht gerade ein Exportschlager. "Fack ju Göhte" auf mexikanisch war ein Wagnis - und die US-Version von "Honig im Kopf" wird nach einer Woche abgesetzt.

Von Martin Zips

"So lustig wie eine Wurzelbehandlung ohne Anästhesie", nennt der Observer die Neuverfilmung. Und die New York Times bemüht Wörter wie "bizarr", "katastrophal" und "anstößig". Der Film scheine in einem Küchenmixer geschnitten worden zu sein.

Nein, diesmal lief es gar nicht gut für den sonst so erfolgsverwöhnten Til Schweiger. Hatten seine Komödie "Honig im Kopf" mit Dieter Hallervorden als Alzheimer-Opa in Deutschland noch sieben Millionen Zuschauer gesehen, so geriet die Neuverfilmung "Head Full of Honey" mit Nick Nolte in den USA zum Desaster. Abgesetzt, nach kaum einer Woche.

Einspielergebnis: Wenig mehr als 11 000 Euro. "Überlanges Wirrwarr", schreibt die Los Angeles Times. Und Schweiger, mit dem Remake von "Barfuß" bereits vor Jahren in den USA gefloppt, erklärt jetzt dazu in der Bild: "Es war eine sehr schwere Zeit für mich." Im März ist deutscher Kinostart.

"Überlanges Wirrwarr"

Er ist halt überaus speziell, der deutsche Humor. Und unheimlich schwer exportierbar. Das hatte Michael Bully Herbig bereits im Jahr 2002 erfahren müssen. Russland sollte ja nur ein erster Test sein für den weltweiten Siegeszug seines albernen Blockbusters "Der Schuh des Manitu". Doch schon in der Moskauer Pressevorführung lachte niemand. Die Nowyje Iswestija schrieb von einem "stümperhaften Film ohne jeglichen Witz".

Gut, woanders mag so etwas manchmal klappen. "Benvenuti al Sud", die italienische Version der französischen "Sch'tis", das mag ja einigermaßen funktioniert haben. Ebenso Frankreichs "Drei Männer und ein Baby" als US-Remake mit Tom Selleck.

Viel länger aber ist die Liste der Peinlichkeiten: Richard Gere macht in "Atemlos" einen auf Jean-Paul Belmondo? Geht nicht. Tom Hanks imitiert Pierre Richard in der US-Version von "Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh"? Will keiner sehen.

"Fack ju Göhte" überforderte Mexiko

Nur klug also, dass sich Jack Nicholson von der Idee, ein amerikanischer "Toni Erdmann" zu werden, gerade verabschiedet hat. Nicholson als Peter Simonischek, das ist so wie Fritzi Haberlandt als Bond-Girl. Schon das amerikanisch-deutsch-mexikanische Remake von "Fack ju Göhte" ("No manches Frida"/"Keine Flecken, Frida") hat jenseits des Atlantiks viele überfordert.

Vermutlich wäre es für Til Schweiger besser gewesen, so zu agieren wie es einst Josef von Sternberg getan hat. Der hatte Marlene Dietrich auf dem gleichen Fass, auf dem sie 1929 als "Der blaue Engel" saß und "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" sang, gleich in der nächsten Einstellung als "The blue angel" "Falling in Love again" trällern lassen. Zur gleichen Musik, in der gleichen Kulisse. Das rechnet sich!

Und von Laurel und Hardy sind frühe Tonfilme erhalten, in denen sie phonetisches Deutsch sprechen. Zum Totlachen.

Til Schweiger und Didi Hallervorden, wie sie phonetisches Englisch sprechen oder alzheimelndes Französisch ("Miel dans la tête") oder berlinerisches Italienisch ("Miele in testa") - das hätte sogar den Oscar verdient.

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