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Hollywood:Jennifer Lawrence beendet das Nettsein

86th Academy Awards - Nominations

Will in Zukunft härter verhandeln: US-Schauspielerin Jennifer Lawrence

(Foto: picture alliance / dpa)
  • Jennifer Lawrence hat einen Gastbeitrag in Lena Dunhams Newsletter "Lenny" geschrieben.
  • Darin beschwert sie sich unter anderem über die "glücklichen Typen mit Schwanz", die besser bezahlt würden als weibliche Kollegen.

Hack offenbart schlechtere Bezahlung für Lawrence

Sie ist unberechenbar und unzufrieden. Bandelt mit einem Mafioso an und verrät die kriminellen Verstrickungen ihres Ehemanns. Diese Rolle der Rosalyn Rosenfeld spielt Jennifer Lawrence so überzeugend, dass sie für ihr Mitwirken in "American Hustle" mit einer Oscar-Nominierung als beste Nebendarstellerin gewürdigt wurde. Monetär fühlt sich die 25-Jährige für ihre Leistung dagegen nicht ausreichend belohnt.

"Ich habe nicht gut verhandelt und zu früh aufgegeben. Ich wollte nicht weiter für Millionen von Dollars kämpfen, die ich ehrlich gesagt nicht brauche", schreibt die US-Schauspielerin in einem Gastbeitrag für Lena Dunhams Newsletter "Lenny". Dunham, Macherin der Serie "Girls", behandelt auf dieser Platform unter anderem feministische Themen.

Ende 2014 waren E-Mails von Sony-Mitarbeitern gehackt worden, die an der Produktion von "American Hustle" beteiligt waren. So kamen die Gagen der beteiligten Hollywood-Stars an die Öffentlichkeit.

Während Lawrence demnach etwa sieben Prozent Gewinnbeteiligung erhielt, bekamen ihre männlichen Kollegen Bradley Cooper, Christian Bale, Jeremy Renner und David O. Russel zwei Prozentpunkte mehr. Bei einem geschätzten Einspiel-Ergebnis von mehr als 150 Millionen Dollar ein ziemlicher Unterschied.

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Hollywoods Topverdienerinnen

"Ein Mann wird einfach gehört"

"Als ich erfuhr, dass ich viel schlechter bezahlt wurde als die glücklichen Typen mit Schwanz, war ich nicht sauer auf Sony. Ich war sauer auf mich", schreibt Lawrence.

Sie habe nicht als "schwierig" oder "verwöhnt" gelten wollen, habe deswegen darauf verzichtet, weiter zu verhandeln. Heute sieht Lawrence das anders. "Ich bin es Leid, die 'hinreißende' Art zu finden, um meine Meinung zu äußern und dabei immer noch 'sympathisch' zu sein", schreibt sie. Dass ein Mann grüble, "welchen Standpunkt er wählen sollte, um gehört zu werden", glaube Lawrence nicht. "Ein Mann wird einfach gehört."

Sie weist damit auf ein grundlegendes Problem der Filmindustrie hin, in der Frauen nach wie vor das Nachsehen haben - und zwar nicht nur hinsichtlich der Bezahlung. Männer spielen viel häufiger Hauptrollen, führen Regie und schreiben Drehbücher. "Müssen wir uns gesellschaftlich bedingt unterordnen?", fragt Lawrence. "Könnte es sein, dass wir unsere Meinung aus Gewohnheit so kundtun, dass sie Männer nicht beleidigt oder erschreckt?" Sie selbst sei damit durch, wolle nicht mehr nur auf "bezaubernde" Weise mitteilen, was sie denkt.

30 Millionen weniger als Robert Downey Jr.

2012 hatte Lawrence einen Oscar für ihre Rolle in dem Film "Silver Linings" erhalten, sie zählt mit ihren 25 Jahren zu den jüngsten Hollywood-Stars - und trotz der entgangenen American Hustle-Einnahmen zu den bestbezahlten: Mit einem Verdienst von 52 Millionen Dollar (46 Millionen Euro) war Lawrence laut dem US-Magazin Forbes im vergangenen Jahr die bestbezahlte Schauspielerin der Welt. Der bestbezahlte männliche Schauspieler Robert Downey Jr. verdiente allerdings fast 30 Millionen Dollar mehr.

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