TexasOpferzahl nach Hochwasser steigt – Suche nach vermissten Mädchen dauert an

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Ein Deputy hält inne. Er und Hunderte andere Rettungskräfte durchsuchen die Ufer des Guadalupe River in der Nähe des Sommerlagers, aus dem die Kinder verschwunden sind.
Ein Deputy hält inne. Er und Hunderte andere Rettungskräfte durchsuchen die Ufer des Guadalupe River in der Nähe des Sommerlagers, aus dem die Kinder verschwunden sind. Julio Cortez/AP

Bei den schweren Überschwemmungen im US-Bundesstaat Texas werden immer mehr tote Kinder und Erwachsene geborgen. Die Suche nach den Vermissten geht weiter.

Die Sturzfluten in Texas im Süden der USA haben nach Behördenangaben mindestens 43 Menschen in den Tod gerissen – 15 Kinder und 28 Erwachsene. Mehr als 20 Teilnehmer eines Sommercamps für Mädchen werden noch vermisst. Zum Teil wurden die Leichen in Autos gefunden, die weggespült worden waren. Die Lage war unübersichtlich, es gab laut den Angaben keinen Strom und kein Internet. Fernsehbilder zeigten, wie Autos mitgerissen wurden, Bäume entwurzelt waren, Häuser unter Wasser standen.

Das Ausmaß der Katastrophe ist mehr als 24 Stunden nach Beginn der Sturzfluten immer noch unklar. Mehr als 850 Menschen wurden unverletzt gerettet, es gab acht Verletzte, wie es von den Behörden weiter hieß.

Bei diesem Gebäude fehlt die Wand. Es steht in dem Sommercamp, in dem sich die vermissten Mädchen befanden.
Bei diesem Gebäude fehlt die Wand. Es steht in dem Sommercamp, in dem sich die vermissten Mädchen befanden. Sergio Flores/REUTERS
Ein Auto ist zwischen Bäumen eingeklemmt.
Ein Auto ist zwischen Bäumen eingeklemmt. Sergio Flores/REUTERS
Die Sturzflut hat Häuser und Autos mit sich gerissen.
Die Sturzflut hat Häuser und Autos mit sich gerissen. Julio Cortez/AP

Der texanische Gouverneur Greg Abbott schreibt auf Twitter, dass sein Bundesstaat alle verfügbaren Ressourcen einsetze, um zu reagieren, darunter Wasserrettungsteams, Notunterkünfte und die Nationalgarde. US-Präsident Donald Trump nannte die Überschwemmungen vor Journalisten an Bord der Air Force One „schrecklich“ und sagte Abbott bereits Unterstützung zu. Heimatschutzministerin Kristi Noem wird laut Trump bald vor Ort sein.

Gouverneur ruft für Teile des Bundesstaates den Katastrophenfall aus

Gouverneur Abbott rief für Teile von Texas den Katastrophenfall aus, um zusätzliche Ressourcen zu mobilisieren. Die Suche nach den Vermissten werde auch in der Nacht weitergehen, sagte Abbott laut CNN. Für den heutigen Sonntag rief er zudem einen Tag des Gebetes in dem Bundesstaat aus.

Starke Regenfälle hatten am frühen Freitagmorgen die Lage eskaliert. Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Vor allem Kinder aus einem bestimmten Camp werden noch gesucht. Das christliche Sommercamp für Mädchen beherbergte aktuell mehr als 750 Kinder – von den Teilnehmern werden nach offiziellen Angaben 23 bis 25 Personen vermisst. Vize-Gouverneur Dan Patrick hatte zuvor betont, das müsse nicht heißen, dass sie verloren seien – sie könnten zur Sicherheit auch auf Bäume geklettert sein.

Ersthelfer suchen die Ufer des Guadalupe River nach Menschen ab, die von den Überschwemmungen mitgerissen wurden.
Ersthelfer suchen die Ufer des Guadalupe River nach Menschen ab, die von den Überschwemmungen mitgerissen wurden. Michel Fortier/AP

Dalton Rice, der Stadtverwalter von Kerrville, der dortigen Kreisstadt, erklärte gegenüber Reportern, dass die extremen Überschwemmungen noch vor Sonnenaufgang und ohne Vorwarnung auftraten. Die Behörden seien nicht in der Lage gewesen, eine Evakuierung anzuordnen. „Alles geschah sehr schnell, in einem sehr kurzen Zeitraum, der nicht vorhergesagt werden konnte, nicht einmal mit Radar“, so Rice.

Dass Flüsse in dieser Gegend über die Ufer treten, ist laut Behördenangaben nicht selten. Allerdings war die Dimension ungewöhnlich. Die Rede war von einer „desaströsen Sturzflut“. Vor allem der Guadalupe River war betroffen. Innerhalb von 45 Minuten habe es dort enorm viel geregnet.

Heimatschutzministerin Noem hat der New York Times zufolge die US-Küstenwache und Katastrophenschutzbehörde Fema angewiesen, bei der Suche nach den Vermissten zu helfen. Der Nationale Wetterdienst der USA rief für Teile von Kerr County im texanischen Hill Country, etwa 105 Kilometer nordwestlich von San Antonio, den Hochwassernotstand aus, nachdem die Gewitter dort bis zu einem Meter Niederschlag gebracht hatten.

© SZ/dpa/Bloomberg/Reuters - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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