Die Sturzfluten in Texas im Süden der USA haben nach Behördenangaben mindestens 43 Menschen in den Tod gerissen – 15 Kinder und 28 Erwachsene. Mehr als 20 Teilnehmer eines Sommercamps für Mädchen werden noch vermisst. Zum Teil wurden die Leichen in Autos gefunden, die weggespült worden waren. Die Lage war unübersichtlich, es gab laut den Angaben keinen Strom und kein Internet. Fernsehbilder zeigten, wie Autos mitgerissen wurden, Bäume entwurzelt waren, Häuser unter Wasser standen.
Das Ausmaß der Katastrophe ist mehr als 24 Stunden nach Beginn der Sturzfluten immer noch unklar. Mehr als 850 Menschen wurden unverletzt gerettet, es gab acht Verletzte, wie es von den Behörden weiter hieß.



Der texanische Gouverneur Greg Abbott schreibt auf Twitter, dass sein Bundesstaat alle verfügbaren Ressourcen einsetze, um zu reagieren, darunter Wasserrettungsteams, Notunterkünfte und die Nationalgarde. US-Präsident Donald Trump nannte die Überschwemmungen vor Journalisten an Bord der Air Force One „schrecklich“ und sagte Abbott bereits Unterstützung zu. Heimatschutzministerin Kristi Noem wird laut Trump bald vor Ort sein.
Gouverneur ruft für Teile des Bundesstaates den Katastrophenfall aus
Gouverneur Abbott rief für Teile von Texas den Katastrophenfall aus, um zusätzliche Ressourcen zu mobilisieren. Die Suche nach den Vermissten werde auch in der Nacht weitergehen, sagte Abbott laut CNN. Für den heutigen Sonntag rief er zudem einen Tag des Gebetes in dem Bundesstaat aus.
Starke Regenfälle hatten am frühen Freitagmorgen die Lage eskaliert. Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Vor allem Kinder aus einem bestimmten Camp werden noch gesucht. Das christliche Sommercamp für Mädchen beherbergte aktuell mehr als 750 Kinder – von den Teilnehmern werden nach offiziellen Angaben 23 bis 25 Personen vermisst. Vize-Gouverneur Dan Patrick hatte zuvor betont, das müsse nicht heißen, dass sie verloren seien – sie könnten zur Sicherheit auch auf Bäume geklettert sein.

Dalton Rice, der Stadtverwalter von Kerrville, der dortigen Kreisstadt, erklärte gegenüber Reportern, dass die extremen Überschwemmungen noch vor Sonnenaufgang und ohne Vorwarnung auftraten. Die Behörden seien nicht in der Lage gewesen, eine Evakuierung anzuordnen. „Alles geschah sehr schnell, in einem sehr kurzen Zeitraum, der nicht vorhergesagt werden konnte, nicht einmal mit Radar“, so Rice.
Dass Flüsse in dieser Gegend über die Ufer treten, ist laut Behördenangaben nicht selten. Allerdings war die Dimension ungewöhnlich. Die Rede war von einer „desaströsen Sturzflut“. Vor allem der Guadalupe River war betroffen. Innerhalb von 45 Minuten habe es dort enorm viel geregnet.
Heimatschutzministerin Noem hat der New York Times zufolge die US-Küstenwache und Katastrophenschutzbehörde Fema angewiesen, bei der Suche nach den Vermissten zu helfen. Der Nationale Wetterdienst der USA rief für Teile von Kerr County im texanischen Hill Country, etwa 105 Kilometer nordwestlich von San Antonio, den Hochwassernotstand aus, nachdem die Gewitter dort bis zu einem Meter Niederschlag gebracht hatten.

