HitzewelleWo es in Deutschland gerade brennt

Die Feuerwehr ist bei einem Waldbrand im Vogtlandkreis in Sachsen im Einsatz.
Die Feuerwehr ist bei einem Waldbrand im Vogtlandkreis in Sachsen im Einsatz. Mike Müller/Mike Müller/dpa

In Deutschland stehen weiterhin Tausende Quadratmeter Wald in Flammen. Glutnester und schwer zugängliche Gebiete erschweren die Löscharbeiten.

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Wichtige Updates
Niedrigwasser: Bahn bietet Hilfe mit mehr Güterzügen an
Bilger: Niedrigwasser-Probleme wohl im gesamten August
Überblick: Waldbrände in Deutschland
Niedrigwasser: Lkw-Fahrverbot wird weiter gelockert
Niedrigwasser am Rhein macht Tanken teurer
Lilly Zerbst

Wo in Deutschland gerade die Wälder brennen

In Deutschland stehen weiterhin Tausende Quadratmeter Wald in Flammen. Im niedersächsischen Lingen (Landkreis Emsland) sind rund 3000 Quadratmeter Wald abgebrannt. „Die Glutnester sind massiv“, sagte ein Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr. Das Löschen werde noch Stunden dauern, Landwirte helfen demnach mit Güllefässern bei der Wasserversorgung. Niemand sei verletzt. Das Feuer war am frühen Mittwochmorgen ausgebrochen. Die Einsatzkräfte dort haben den Brand nach eigenen Angaben unter Kontrolle und gehen nicht davon aus, dass sich das Feuer weiter ausbreitet.

Unter Kontrolle ist derzeit auch ein Waldbrand bei Plauen im Vogtlandkreis in Sachsen. Die Stadtverwaltung meldete am Morgen Erfolge bei der Brandbekämpfung. Das Feuer im Gebiet „Schwarzes Holz“ hat eine Fläche von etwa sieben Hektar erfasst, die mit einer Hanglage und viel Unterholz sehr schwer zugänglich sind, wie die Verwaltung mitteilte. Die Löscharbeiten werden den Angaben zufolge voraussichtlich noch länger andauern.

Im baden-württembergischen Ortenaukreis haben Feuerwehren stundenlang gegen gleich mehrere Waldbrände gekämpft. Dann gab es die vorsichtige Entwarnung: Zwei Brände in Steinach und Nordrach wurden demnach gelöscht, beim dritten in Zell am Harmersbach dauern die Nachlöscharbeiten an, wie ein Polizeisprecher am frühen Morgen sagte. Am Dienstagnachmittag waren zwei Brände nahe Biberach ausgebrochen, später ein dritter in Nordrach. Rund 16 Hektar Wald standen in Zell am Harmersbach in Flammen. Die Einsatzkräfte hätten die Lage im Griff, erklärte der Kreisbrandmeister in der Nacht. Laut einem Polizeisprecher gab es am Mittwochmorgen noch Glutnester, die Nachlöscharbeiten dauern an.
Lilly Zerbst

Niedriger Rhein-Pegel: Spaziergänger findet qualmende Phosphorgranate

Aufgrund des Niedrigwassers kam eine Phospohorgranate am Rheinufer im Bereich Kornsand südlich von Wiesbaden zutage. Ein Mann habe die Granate gefunden und umgehend die Polizei verständigt, so ein Bericht des Polizeipräsidiums Südhessen. Demnach habe das Kampfmittel zu qualmen begonnen, weil der Phosphor durch die Freilegung mit dem Luftsauerstoff reagierte. Der Kampfmittelräumdienst konnte die Granate vor Ort unschädlich machen, heißt es weiter.

Rhein kaum noch schiffbar – Verkehrsminister will wegen Niedrigwasser Flüsse ausbauen

Der historisch niedrige Wasserstand des Rheins hat die Binnenschifffahrt auf Europas wichtigster Wasserstraße in weiten Teilen zum Erliegen gebracht. In der Bundesregierung werden derweil unterschiedliche Schlussfolgerungen aus dem Niedrigwasser gezogen: Während sich der Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) für einen Ausbau der Wasserstraßen ausspricht, fordert das Umweltministerium mehr Renaturierung.

„Wir brauchen einen Ausbau der Wasserstraße, um langfristig für mehr Zuverlässigkeit zu sorgen“, sagte Verkehrsminister Bilger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Zudem kündigte er an, sich in den Haushaltsberatungen für die volle Förderung von niedrigwassertauglichen Schiffen einzusetzen. 

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) lehnte eine reine Vertiefung von Flüssen hingegen ab. Stattdessen brauche es einen Rückbau begradigter Kanäle hin zu natürlichen Flusslandschaften, um das Wasser besser in der Fläche zu halten. Schneider warnte vor den massiven wirtschaftlichen Schäden durch den Klimawandel: „Jeder, der bisher behauptet hat, Klimaschutz schadet der Wirtschaft, erlebt heute, dass kein vorhandener Klimaschutz der Wirtschaft schadet.“ 
Eine gelbe Tonne liegt bei niedrigem Wasserstand auf dem Rhein bei Düsseldorf. Diese Tonnen markieren normalerweise Gefahrenstellen, Untiefen oder Sperrgebiete.
Eine gelbe Tonne liegt bei niedrigem Wasserstand auf dem Rhein bei Düsseldorf. Diese Tonnen markieren normalerweise Gefahrenstellen, Untiefen oder Sperrgebiete. . Federico Gambarini/dpa
Lorenz Zeck

Niedrigwasser: Bahn bietet Hilfe mit mehr Güterzügen an

Angesichts der schwierigen Lage für Schiffstransporte wegen des Niedrigwassers in mehreren Flüssen bietet die Deutsche Bahn zusätzliche Unterstützung auf der Schiene an. Die Tochter DB Cargo könnte ad hoc rund 400 Güterwagen zusätzlich mobilisieren, wie deren Vorstandschef Bernhard Osburg nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei einem Treffen im Bundesverkehrsministerium signalisierte. 

Ressortchef Steffen Bilger (CDU) beriet mit seinen Länderkollegen über die aktuelle Lage mit eingeschränktem Güterverkehr über die Flüsse. Ziel ist nach Angaben des Verkehrsministeriums, Lieferketten und Produktionsprozesse möglichst aufrechtzuerhalten und ein Ausweichen auf Straße und Schiene zu erleichtern. Bilger warb auch für einen weiteren Ausbau von Wasserstraßen als umweltfreundlichster Verkehrsträger.

Auch Thüringen setzt Sonntagsfahrverbot komplett aus 

Die Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lastwagen gelte ab sofort und zunächst bis 31. August, sagte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums in Erfurt auf Anfrage. Zuerst hatten die Funke-Zeitungen darüber berichtet. Zu der Regelung gebe es einen Erlass des Thüringer Landesverwaltungsamtes in Weimar. Ob sie verlängert werde, hänge von der Situation der Wasserstraßen ab und sei derzeit nicht absehbar.

Damit geht Thüringen weiter als andere Bundesländer. Berlin und Brandenburg etwa erlauben sonntags lediglich Lkw-Transporte von Gütern, die üblicherweise auf Binnenschiffen befördert werden. Zuvor hatten bereits die Bundesländer Hessen, Hamburg und Schleswig-Holstein, Berlin und Brandenburg, Baden-Württemberg und Bayern sowie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland das Sonntagsfahrverbot gelockert oder ganz aufgehoben.
Thüringens Grüne kritisierten die pauschale Regelung als Reaktion auf das Niedrigwasser in Rhein, Elbe und Donau. Dass Unternehmen auf andere Transportwege ausweichen müssten, sei nachvollziehbar, erklärte Grünen-Landessprecherin Ann-Sophie Bohm. „Aber durch Thüringen fließen weder Rhein, Elbe, Donau oder eine andere für den Güterverkehr relevante Wasserstraße.“ Statt einer generellen Freigabe plädierte sie für Einzelfallentscheidungen bei Thüringer Unternehmen, die nachweislich auf Lkw-Transporte angewiesen seien.

Verkehrsminister beraten über Niedrigwasser-Lage 

Die Verkehrsminister von Bund und Ländern beraten an diesem Mittwoch über die schwierige Lage der Binnenschifffahrt wegen niedriger Wasserstände in mehreren Flüssen. Bei der Schaltkonferenz ist auch ein Austausch über mögliche weitere Maßnahmen vorgesehen, wie Bundesminister Steffen Bilger sagte. Der CDU-Politiker bezeichnete die Lage als weiterhin sehr angespannt. 
Lorenz Zeck

Bilger: Niedrigwasser-Probleme wohl im gesamten August

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger sieht vorerst kein rasches Ende der Beeinträchtigungen für die Binnenschifffahrt wegen Trockenheit. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Niedrigwasserproblematik im gesamten August uns noch erhalten bleibt“, sagte der CDU-Politiker am Rande eines Unternehmensbesuchs in Neumünster. „Die Lage ist wirklich weiterhin sehr angespannt.“ Es habe jetzt ein paar Niederschläge gegeben, aber bei Weitem nicht ausreichend, erläuterte Bilger.

Bilger sprach sich für einen Ausbau der Flüsse in Deutschland aus. „Wir brauchen einen Ausbau der Wasserstraße, um langfristig für mehr Zuverlässigkeit zu sorgen“, sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Vertrauen in die Binnenschifffahrt könne nur bestehen, wenn es nicht regelmäßig Niedrigwasserprobleme gebe. Die Wasserstraße sei der umweltfreundlichste Verkehrsträger und verdiene daher Unterstützung.

Zudem kündigte Bilger an, sich für die volle Förderung von Schiffen einzusetzen, die für Niedrigwasser geeignet sind. Die für 2027 vorgesehenen Mittel waren aus Haushaltsgründen von 36 Millionen Euro halbiert worden. Dieses Anliegen werde er in die parlamentarischen Haushaltsberatungen einbringen, sagte Bilger.
Lilly Zerbst

Überblick: Waldbrände in Deutschland

Zwei Waldbrände fordern die Feuerwehr im baden-württembergischen Ortenaukreis. Auch ein Hubschrauber ist im Einsatz. Am Nachmittag wurde zunächst ein Feuer in Biberach nahe der Bundesstraße 33 gemeldet. Die parallel verlaufende Straße zwischen dem Waldstück und der B33 wurde gesperrt, der Verkehr auf der Bundesstraße vorsichtshalber verlangsamt, wie die Polizei mitteilte. Wenig später wurde ein weiterer Waldbrand in Zell am Harmersbach entdeckt. Dort ist derzeit ein Teil der Landesstraße 94 gesperrt. Die Ursachen beider Brände waren zunächst unklar.

Im hessischen Main-Kinzig-Kreis wurde die Bevölkerung wegen eines großen Waldbrands zum Wassersparen aufgerufen. Die Wasserreserven würden für die Brandbekämpfung benötigt, heißt es in einer Warnmeldung des Landkreises. „Bitte verzichten Sie möglichst auf Duschen, Baden, das Bewässern von Gärten sowie wasserintensive Tätigkeiten.“ Es gibt mehrere Brände in einem Waldstück zwischen Ober- und Niederrodenbach. Die Einsatzkräfte waren auch in der Nacht auf Dienstag noch mit den Löscharbeiten beschäftigt. Das Feuer flamme immer wieder auf, hieß es.

Einer der Brände nahe Rodenbach hatte auf bayerisches Gebiet übergegriffen. Inzwischen besteht in der Gegend rund um Alzenau (Landkreis Aschaffenburg) keine Gefahr mehr. „Von bayerischer Seite ist das erledigt“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken am Morgen. Es sei alles gelöscht, auch dank der Polizeihubschrauber, die im Einsatz waren.

In der Oberpfalz wurde ein Waldbrand nordöstlich des Schnaittenbacher Ortsteils Holzhammer auch mit Unterstützung von Landwirten gelöscht. Der Polizei zufolge brannten mehr als 1000 Quadratmeter Wald. Zwischenzeitlich habe es dramatisch ausgesehen, weil Wind das Feuer weiter anfachte und die Flammen weiter in Richtung der Ortschaft trieb. Die Feuerwehr habe sich zunächst auf diese Feuerfront konzentriert. Dann hätten Bauern die Löscharbeiten mit wassergefüllten Güllefässern unterstützt. So habe der Brand schnell unter Kontrolle gebracht werden können. Gerade erst war einer der größten Waldbrände Nordbayerns in diesem Jahr erfolgreich bekämpft worden: Auf dem Johannisberg der Gemeinde Freudenberg im Landkreis Amberg-Sulzbach brannten 6000 Quadratmeter.
 
In Südniedersachsen war die A7 ab Montagnachmittag mehr als zwölf Stunden lang gesperrt, weil dichter Rauch die Sicht behinderte. Die Reinigungsarbeiten auf der Fahrbahn zwischen den Anschlussstellen Hedemünden und Lutterberg dauerten zum Teil bis in die frühen Morgenstunden, sagte eine Polizeisprecherin. Die Autobahn könne nun wieder in beide Richtungen befahren werden.
Lilly Zerbst

Erneut Rekordtief in Köln: Pegelstände des Rheins fallen weiter

Der bereits extrem niedrige Wasserstand des Rheins geht in Nordrhein-Westfalen noch weiter zurück. In Köln wurde aktuell ein historischer Tiefstwert von 56 Zentimetern gemessen, wie aus Daten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein hervorgeht. Nach der Prognose werden die Pegelstände in Köln, Düsseldorf, Emmerich und Duisburg-Ruhrort bis Freitagabend aber noch deutlich gegenüber den derzeitigen Werten sinken. „Man kann es kaum glauben, was man da sieht“, sagt Moritz Axt, Sprecher des Amtes. In der kommenden Woche sei ein leichter Anstieg der Pegelstände zu erwarten. „Das stellt noch keine Entspannung dar.“ Die Fahrrinne ist wesentlich tiefer als der jeweilige Pegelstand am Ufer. Schiffe können weiterfahren, allerdings nur mit wenig Fracht.

Niedrigwasser: Lkw-Fahrverbot wird weiter gelockert

Wegen des anhaltenden Niedrigwassers am Rhein und anderen Flüssen wollen auch Hessen, Hamburg, Baden-Württemberg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw aussetzen. Wie lange die Ausnahmeregelungen in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern gelten soll, ließen die jeweiligen Ministerien offen.

Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland hatten das Fahrverbot bereits ab dem vergangenen Wochenende vorübergehend gelockert. Sachsen lehnt eine generelle Lockerung ab und verweist auf mögliche Ausnahmegenehmigungen.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger will am Mittwoch mit den Ressortchefs der Länder über weitere Entlastungsmaßnahmen beraten. Er werde mit den Landesverkehrsministern digital zusammenkommen, sagte der CDU-Politiker in Kiel. Gesprochen werden solle etwa über den Umgang mit bestimmten Gütern, die nicht länger an den Häfen gelagert werden dürfen. „Da kann man Regelungen flexibilisieren“, sagte Bilger.
 
Was die Aufhebung des Lkw-Fahrverbots für Reisende bedeutet, haben SZ-Redakteure Kerstin Bund und Dieter Sürig aufgeschrieben: 

Niedrigwasser am Rhein macht Tanken teurer

Das extreme Niedrigwasser am Rhein hat auch Einfluss auf die Benzinpreise. „Das derzeitige Niedrigwasser am Rhein wirkt preistreibend“, sagt der ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer. Es sei aber nur einer von mehreren Einflussfaktoren auf die aktuellen Spritpreise.

Der Rhein wird auch für Öl, Benzin und Diesel als Transportweg genutzt. In großen Tankschiffen ist dies in der Regel deutlich günstiger als mit vergleichsweise kleinen Lkw. Nach Angaben des Experten steigen durch das aktuelle Niedrigwasser „die Logistikkosten für den Transport von Kraftstoffen und einzelnen Vorprodukten teilweise deutlich an, die Versorgung ist nach Angaben der Branche bislang jedoch weiterhin gesichert.“

Zudem werde der deutsche Markt nicht ausschließlich über den Rhein, sondern über ein „Netzwerk aus Seehäfen, Raffinerien, Pipelines sowie den Schienen- und Straßenverkehr“ versorgt, sagt Laberer. „Daher dürfte das Niedrigwasser derzeit vor allem regional zu höheren Kraftstoffpreisen beitragen.“

Das deckt sich mit der auf dem Spritpreisportal Tankerkönig einsehbaren regionalen Spritpreisverteilung. Die teuersten Bundesländer bei Benzin sind – zum Stand Dienstagmorgen – Nordrhein-Westfalen und Hessen vor Bremen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Bei Diesel liegen NRW und Hessen auf Platz zwei. Und auch auf Landkreisebene fällt auf, dass sich – insbesondere bei Benzin – die teuren Gegenden in der westlichen Hälfte Deutschlands ballen, wo der Rhein liegt, während es in Bayern – vor allem in seiner südlichen Hälfte – am günstigsten ist. Die Unterschiede betragen dabei einige Cent; bei Benzin sind es zwischen Bayern und NRW beziehungsweise Hessen ungefähr sieben Cent, bei Diesel ungefähr acht.
Lilly Zerbst

Hitze und Trockenheit setzen Schmetterlingen zu

In Bayern gibt es in diesem Jahr weniger Schmetterlinge als sonst. „In vielen Regionen Bayerns scheinen momentan zwar viele verschiedene Schmetterlingsarten vorzukommen, allerdings teilweise nur in geringer Anzahl“, sagte Simon Habermann laut Mitteilung des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz (LBV). Bereits im Frühsommer seien vergleichsweise wenige Individuen gezählt worden. Das könnte der Mitteilung zufolge daran liegen, dass sowohl die Futterpflanzen der Raupen als auch die Blüten, aus denen die Schmetterlinge Nektar saugen, nicht wachsen oder vertrocknen, wenn es zu lange heiß ist und nicht regnet. Die Auswirkungen können dabei je nach Art, Lebensraum und Region unterschiedlich ausfallen. 

Auch die im Rahmen des Projekts „Falter im Fokus“ erhobenen Daten deuten auf eine geringere Individuenzahl hin: Während im Juli 2025 mehr als 1000 Meldungen der drei Arten Schwalbenschwanz, Taubenschwänzchen und Admiral eingingen, wurden im Juli 2026 bislang weniger als 250 Individuen gemeldet. Dies könne aber auch daran liegen, dass viele tagaktive Falter bei hohen Temperaturen verstärkt in den kühleren Morgen- und Abendstunden fliegen und so seltener bemerkt werden.

Juli-Rekord bei Meerestemperaturen

Der Klimawandel und das Wetterphänomen El Niño heizen die Weltmeere weiter auf. Wie der EU-Klimawandeldienst Copernicus mitteilte, wurden im Juli dieses Jahres die höchsten jemals für diesen Monat gemessenen durchschnittlichen Meeresoberflächentemperaturen verzeichnet.

Der Durchschnittswert betrug 20,96 Grad Celsius. Er übertraf damit den bisherigen Juli-Rekord von 20,80 Grad aus dem Jahr 2023. Erfasst wurden die Oberflächentemperaturen der Ozeane außerhalb der Polarregion.

Die Entwicklung sei „zum Teil auf die sich entwickelnden El-Niño-Bedingungen im äquatorialen Pazifik zurückzuführen“, hieß es. Diese würden sich in den kommenden Monaten voraussichtlich weiter verstärken. In Europa gingen die Rekordwerte der Meeresoberflächentemperatur demnach mit weitverbreiteten marinen Hitzewellen einher.

Weltweit war dieser Juli der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen: Die durchschnittliche bodennahe Lufttemperatur lag laut Copernicus um 1,47 Grad über dem geschätzten vorindustriellen Referenzwert von 1850 bis 1900. Im Pariser Klimaabkommen von 2016 hatte sich die Staatengemeinschaft das Ziel gesetzt, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.
Die Weltmeere waren in diesem Jahr im Juli so heiß wie nie. Im Bild zu sehen ist der Strand von Palma de Mallorca.
Die Weltmeere waren in diesem Jahr im Juli so heiß wie nie. Im Bild zu sehen ist der Strand von Palma de Mallorca. Clara Margais/dpa

Binnenschiffer befürchten Unterbrechung der Rhein-Route 

Der Wassermangel im Rhein könnte dem Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) zufolge die internationale Transportroute bald im mittleren Flussabschnitt unterbrechen. „Wegen ausbleibender Niederschläge wird im Laufe der Woche an dem für Schifffahrt und Wirtschaft wichtigen Pegel Kaub erstmals ein nur noch einstelliger Wert prognostiziert“, sagte BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen der Rheinischen Post. „Im Prinzip ist der Rhein damit nicht mehr durchgängig befahrbar und damit zweigeteilt.“

Der Pegelstand von Kaub zwischen Koblenz und Mainz gilt als Referenzwert für die Rheinschifffahrt. Weil die Fahrrinne in diesem Abschnitt ohnehin relativ flach ist, sieht der BDB die dort erwarteten Pegelwerte mit besonderer Sorge. „Die gewerbliche Schifffahrt wird bei derart niedrigen Wasserständen in der Region keinen Gütertransport mehr durchführen können. Gleiches gilt für die Tagesausflugs- und Kreuzfahrtschifffahrt“, sagte Schwanen.

Die Folge sind dem Verbandsgeschäftsführer zufolge zwei getrennte Gebiete. Zum einen gebe es zwischen den Nordseehäfen Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen und der Region Köln noch Schiffsverkehr über den Rhein und das westdeutsche Kanalgebiet. „Und es gibt weiter südlich Schiffsverkehr an den Nebenflüssen Neckar, Mosel, Main, Main-Donau-Kanal“, sagte Schwanen. Der Main-Donau-Kanal gilt als international bedeutendes Verbindungsstück der Route von und nach Südosteuropa und dem Schwarzen Meer.

Welche Auswirkungen das Niedrigwasser auf den Tourismus am Rhein hat, lesen Sie hier:

Juni und Juli waren in Westeuropa so warm wie noch nie

Im Juni und Juli war es in Westeuropa so heiß wie nie zuvor in den beiden Sommermonaten. Die Durchschnittstemperatur in der Region, zu der auch Deutschland zählt, betrug in dem Zeitraum 21,62 Grad, wie der Klimawandeldienst des EU-Programms Copernicus in Bonn mitteilte. Damit lag sie 2,79 Grad über dem langjährigen Juni-Mittel von 1991 bis 2020. Allerdings verweist Copernicus auf ein ausgeprägtes Temperaturgefälle von West- nach Osteuropa und Skandinavien, wo es wesentlich kühler war. Auch für Deutschland zeigen die Daten, dass der Südwesten deutlich wärmer war als der Nordosten.

Für Gesamteuropa war der vergangene Monat mit einer Mitteltemperatur von 20,49 Grad nur der elftwärmste Juli. Weltweit war er – zusammen mit 2024 – mit etwa 16,90 Grad der zweitwärmste. Rekordhalter bleibt der Juli 2023 mit nach damaligen Angaben 16,95 Grad. Der vergangene Monat lag global um 1,47 Grad über dem vorindustriellen Juli-Niveau. Für Westeuropa hebt Copernicus auch die extrem lang anhaltende Hitze seit dem späten Frühjahr hervor. Seit Mai habe es vier Hitzewellen gegeben – das sei für die Region außergewöhnlich viel. Die von Copernicus genutzten Daten gehen zurück bis ins Jahr 1950, teilweise sind auch frühere Daten verfügbar.
Der Wasserstand der Flüsse lag in großen Teilen der trockenen Regionen deutlich unter dem langjährigen Mittel und erreichte örtlich sogar außergewöhnlich niedrige Werte. Besonders betroffen waren demnach die Seine, der Rhein und die Donau. Auch die Weltmeere heizten sich auf Rekordniveau auf. Die Meeresoberflächentemperatur war im Juli den Angaben zufolge so hoch wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen in diesem Monat. Die Durchschnittstemperatur lag bei 20,96 Grad. Der bisherige Höchstwert von 20,89 Grad stammt aus dem Juli 2023. 
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