ÖsterreichMindestens ein weiteres Glas Hipp-Babynahrung vergiftet

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In mehreren Ländern wurden manipulierte Hipp-Babygläschen der Sorte „Gemüsegläschen Karotten mit Kartoffeln“ gefunden.
In mehreren Ländern wurden manipulierte Hipp-Babygläschen der Sorte „Gemüsegläschen Karotten mit Kartoffeln“ gefunden. Tobias Steinmaurer/APA/dpa

Die österreichischen Behörden gehen von einem Erpressungsversuch aus. Ein Glas mit Rattengift wurde sichergestellt, die „dringende Warnung“ an die Bevölkerung bleibt bestehen.

Nachdem in Österreich im Burgenland ein mit Rattengift verseuchtes Gläschen Hipp-Babynahrung gefunden wurde, geht die Polizei davon aus, dass in dem Bundesland noch ein zweites vergiftetes Glas in Umlauf gebracht wurde. Und sie hofft, dass es bei diesen Fällen bleibt. „Es spricht viel dafür, dass es nur dieses zweite Glas gibt“, sagte Polizeisprecher Helmut Marban. Dies erschließe sich aus kriminaltaktischen Quellen. Weitere Einzelheiten wollte er nicht nennen. Trotzdem seien auch weitere Manipulationen nicht auszuschließen.

Das erste Glas entdeckte ein Kunde am Samstag und gab es bei der Polizei ab, „ein Verzehr hat nicht stattgefunden“, teilte die Polizei im Bundesland Burgenland am späten Samstagabend mit.
Sie veröffentlichte eine „dringende Warnung an die Bevölkerung“. Verdächtige Gläschen sollten nicht geöffnet und der Polizei ausgehändigt werden. Nach deren Angaben können verdächtige Gläschen an einem weißen Aufkleber mit rotem Kreis am Glasboden erkannt werden. Verdächtig sei, wenn der Deckel beschädigt oder bereits geöffnet sei.

Hipp hatte sein Sortiment in den Spar-Supermärkten in Österreich bereits am Freitagabend zurückgerufen. Ein Hipp-Sprecher hatte von einem „externen kriminellen Eingriff“ gesprochen. „Der Verzehr eines solchen Gläschens kann lebensgefährlich sein“, warnte das Familienunternehmen, dessen Ursprünge im Bayerischen Pfaffenhofen liegen. Sitz der Hipp Holding AG ist heute in Sachseln im Schweizer Kanton Obwalden.

Wie die österreichische Polizei mitteilte, kam ein Hinweis aus Deutschland. Eventuell verunreinigte Gläser seien womöglich in Eisenstadt in Umlauf, der Landeshauptstadt des Bundeslandes Burgenland südöstlich von Wien. „Hintergrund sind laufende Ermittlungen in Deutschland“, teilte die Polizei mit. Das Rattengift wurde dann am Nachmittag in einem Hipp-Glas „Karotten mit Kartoffeln“ mit 190 Gramm nachgewiesen. Es war in der Ortschaft Schützen am Gebirge aufgetaucht.

Auch in Tschechien und der Slowakei sind verdächtige Gläser mit Babynahrung sichergestellt worden

Nach Angaben der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) können Wirkstoffe in Rattengiften zu einer verminderten Gerinnungsfähigkeit des Blutes führen. Mögliche Folge seien Zahnfleischbluten, Nasenbluten, blaue Flecken oder Blut im Stuhl. Eltern, die solche Symptome bei ihren Kindern feststellen, die zuvor Hipp-Nahrung gegessen hatten, sollten unbedingt eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

In der Kommunikation über den Vorfall gibt es einige Unklarheiten: Ages sprach am Samstag von einem mutmaßlichen Erpressungsversuch. Sie strich diesen Hinweis später aus ihrer Pressemitteilung. Das in Deutschland zuständige Polizeipräsidium Ingolstadt bestätigte eine Erpressung nicht.

Verwirrung herrscht außerdem darüber, ob auch Produkte in anderen Ländern betroffen sind. Ages sprach zunächst von zwei betroffenen Supermärkten in Tschechien, nahm diese Angaben aber später wieder von seiner Webseite und nannte nur noch eine betroffene Spar-Filiale in Eisenstadt. Anschließend sprach die Polizei Burgenland aber davon, dass auch in Tschechien und der Slowakei verdächtige Gläser sichergestellt worden seien. „Erste Laboruntersuchungen ergaben bei diesen Produkten einen giftigen Zusatzstoff“, teilte sie mit.

Hinweis der Redaktion: Dieser Text ist die aktualisierte Fassung einer früheren Version.

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