Hinweise an die Polizei Einbrecher überführen Sexualstraftäter

Als sie ihm Festplatten und Speicherkarten stahlen, sind Einbrecher einem langjährigen Sexualstraftäter auf die Spur gekommen. Jetzt steht der Mann wegen schwerem Missbrauchs von Kindern vor Gericht.

Zwei Männer brechen in eine Wohnung im sächsischen Freital ein, durchsuchen die persönlichen Gegenstände des Bewohners, nehmen Festplatten und Speicherkarten mit. Wenig später entdecken sie Grauenhaftes: Videos und Bilder, die den sexuellen Missbrauch eines Säuglings zeigen.

Die Einbrecher müssen sich übergeben, sind geschockt und entscheiden sich zu einer anonymen Anzeige bei der Polizei: Sie werfen ihre Beute mit Verweis auf den ursprünglichen Besitzer in den Briefkasten einer Wache. Doch erst einmal passiert nichts. Erst als die beiden ein halbes Jahr später anrufen, nimmt die Kripo die Ermittlungen auf - jetzt steht der Bestohlene wegen schwerem sexuellem Missbrauch vor Gericht. Das berichtet die Sächsische Zeitung.

Der 60-jährige Ingenieur muss sich vor dem Landgericht Dresden verantworten. Er soll sich in Dutzenden Fällen an seiner Tochter vergangen haben - erstmals als der Säugling vier Monate alt war. 89 einzelne Fälle werden dem Angeklagten zwischen 2009 und 2012 zur Last gelegt.

Der Mann gestand die Taten zwar, jedoch sagte er, das Baby habe sich zuerst ihm genähert und nicht umgekehrt - diese Aussage jedoch überging der Staatsanwalt mit einem Kopfschütteln, heißt es in der Sächsischen Zeitung.

Zuvor hatte der Mann berichtet, dass er nach seiner zweiten Scheidung eine Frau in Thailand kennengelernt und sie nach buddhistischem Brauch geheiratet hatte. Dreimal im Jahr sei er für drei Wochen zu ihr gereist und habe mit ihrer Großfamilie auf dem Land gelebt. Als Rentner habe er ganz in Thailand leben wollen.

Die Einbrecher, die die Ermittlungen erst ins Rollen gebracht haben, sind der Polizei weiter unbekannt.