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"Heute ist ein Meilenstein":WHO erklärt SARS-Epidemie für weltweit eingedämmt

Seit 20 Tagen ist weltweit kein neuer SARS-Fall bekannt geworden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt die Lungenkrankheit damit als weltweit eingedämmt.

"Heute ist ein Meilenstein", erklärte WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland in Genf. Der Ausbruch der Krankheit sei eingedämmt. Sie mahnte jedoch gleichzeitig, dass die Welt noch nicht SARS-frei sei. "Noch immer liegen fast 200 SARS-Patienten in den Krankenhäusern."

Nach WHO-Angaben infizierten sich weltweit 8.439 Menschen mit dem SARS-Erreger, 812 starben.

(Foto: AP)

Es sei auch möglich, dass noch eine Sars-Erkrankung unentdeckt geblieben sei. "Und wir wissen, ein einziger Fall kann einen neuen Aus bruch hervorrufen", erklärte Brundtland.

Die WHO hob ihre Warnung für Taiwan auf, dem letzten Land, in dem es noch Erkrankungen gab. Für eine Entwarnung müssen 20 Tage ohne eine neue Infektion vergangen sein.

In Taiwan gab es am 15. Juni den letzten registrierten Fall. Ministerpräsident Yu Shyi-kun sagte, er sei sehr glücklich über die Erklärung der WHO: "Wir können endlich zu einem normalen Leben zurückkehren."

SARS, das Schwere akute Atemwegssyndrom, hatte sich von der südchinesischen Provinz Guangdong in 30 Länder auf der Welt ausgebreitet, nur sechs waren aber schwerer betroffen. Die ersten SARS-Erkrankungen gab es vermutlich schon im November vergangenen Jahres.

Nach WHO-Angaben infizierten sich weltweit 8.439 Menschen mit dem SARS-Erreger, 812 starben. Am schwersten betroffen waren China und Hongkong. Auf dem chinesischen Festland allein gab es 348 Todesfälle und mehr als 5.300 Erkrankungen, in Hongkong fielen 298 Menschen der Lungenkrankheit zum Opfer, 1.755 erkrankten. In Taiwan gab es 84 Tote und 682 Infektionen.

Außerhalb Asiens war besonders die kanadische Metropole Toronto betroffen, für die die WHO auch erst am Mittwoch Entwarnung gab. Im Raum Toronto wurden 250 SARS-Erkrankungen registriert, 39 Menschen starben.

SARS hatte verheerende Folgen für die Wirtschaft in Asien. Die Krankheit löste dort die schwerste Krise seit der Finanzkrise 1997-98 aus. Der Schaden wird auf mehrere Milliarden Dollar geschätzt, mehrere tausend Arbeitsplätze gingen verloren. Besonders betroffen waren der Luftverkehr und die Tourismusindustrie.

Experten hoffen, dass sich in der Folge der Krise in den Ländern besonders die Gesundheitsvorsorge, die Früherkennung von Krankheiten und auch die Hygiene verbessern.

(sueddeutsche.de/AP)

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