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Helmut Newtons Beerdigung:Abschied leichten Herzens

Der Starfotograf ist in Berlin beigesetzt worden: Von Grabesstimmung war allerdings keine Rede, als June Newton und ihre 90 Trauergäste ihm die letzte Ehre erwiesen haben.

Berlin - Von Grabesstimmung kann keine Rede sein, und als die lange Karawane der Festgäste sich ihrer Endstation nähert, da denkt man eher an eine Hochzeitsparade als an einen Trauerzug.

Der Trauerzug von Helmut Newton: Hinter den Musikern läuft die Witwe June Newton, begleitet von Bundeskanzler Gerhard Schröder (l) und dem Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit. Der Bestattungsunternehmer Hans Grieneisen trägt die Urne mit den sterblichen Überresten des Künstlers.

(Foto: Foto: Wolfgang Kumm/ dpa)

Vornweg tänzeln Musikanten mit Geige und Klarinette und spielen die Moritat von Mackie Messer als flotten Dixie. Dann kommt June Newton, die schwarz gekleidet ist wie eine Witwe, aber so verschmitzt in die Kameras winkt, als sei sie eine junge Braut auf dem Weg zum Altar. Neben sich hat sie den Bundeskanzler und den Regierenden Bürgermeister von Berlin.

June Newton, 83, aber sieht nicht aus, als wollte sie sich die Laune verderben lassen. Und als sie schließlich vor diesem kleinen Erdloch steht, in dem sie die Urne ihres Mannes versenken, da schaut sie freundlich hinunter, legt seine Kamera dazu und fängt an zu singen.

"Es war ein Liebeslied", wird Lady Moore später erklären und verträumt mit den starken Wimpern klimpern. "Sehr bewegend", sagt ihr Gatte Sir Roger Moore, der vor langer Zeit mal James Bond war und in Kalifornien gleich neben dem weltberühmten Fotografen Helmut Newton gewohnt hat.

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