Süddeutsche Zeitung

Hells Angels und Bandidos:Schleswig-Holstein verbietet Rockerklubs

Spezial-Einsatzkräfte der Polizei haben im Norden gegen Rocker durchgegriffen. 300 Beamte waren im Einsatz - und schlossen zwei Klubhäuser.

Nach blutigen Auseinandersetzungen im Rockermilieu hat Schleswig-Holstein zwei Vereine der Hells Angels und Bandidos verboten. Die "Hells Angels MC Charter Flensburg" und die "Bandidos MC Probationary Chapter Neumünster" verstießen gegen die Strafgesetze und richteten sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung, sagte Innenminister Klaus Schlie (CDU) am Donnerstag in Kiel.

300 Polizeibeamte - darunter ein Spezialeinsatzkommando - durchsuchten am Donnerstagmorgen zehn Wohnungen von Mitgliedern sowie Vereinsheime in und um Flensburg und Neumünster. "Die Durchsuchungen dienen der Feststellung, Beschlagnahme und Einziehung des Vermögens der Vereine", hieß es beim Innenministerium.

Beide Vereine hätten den "tatsächlichen Zweck, in einem bestimmten Gebiet kriminelle Macht zu entfalten und die Gebiets- und Machtansprüche gegen den jeweils anderen Verein mit Waffengewalt durchzusetzen". "Es handelt sich nicht um harmlose Motorradklubs, deren Mitglieder sich zu friedlichen Wochenendausflügen treffen", sagte Schlie.

Der unbescholtene freiheitsliebende Familienvater, der in seiner Freizeit Motorrad fährt, sei "eine Legende aus der Öffentlichkeitsarbeit dieser Klubs". Die beiden Vereine wurden mit sofortiger Wirkung aufgelöst, erklärte der Innenminister: "Jede Tätigkeit und die Bildung von Ersatzorganisationen ist ihnen untersagt. Die Kennzeichen der Vereine dürfen nicht mehr in der Öffentlichkeit verwendet oder verbreitet werden."

Trotz der Verbote könnten aber weitere gewalttätige Auseinandersetzungen im Rockermilieu nicht ausgeschlossen werden, ergänzte der Minister.

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dpa/grc
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