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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Alle Paare sparen in Rom

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Heiraten brachte schon immer finanzielle Vorteile. Wer es jetzt in der italienischen Hauptstadt tut, erhält auch noch einen Bonus. Wie romantisch.

Von Violetta Simon

Die Ehe - im Alten Rom diente sie vor allem dem Ziel, die Position der eigenen Familie und der Nachkommen zu stärken. Eine eher lästige Notwendigkeit, die man besser im frühen Jugendalter hinter sich brachte, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: das lustbetonte Vergnügen. So viel zur Romantik. Dennoch gilt die italienische Hauptstadt als Traumziel für heiratswillige Paare. Oder besser: galt. Denn seit Beginn der Pandemie haben in Rom und Umgebung gerade einmal 9000 Paare geheiratet, 6000 weniger als allein im Jahr 2019.

Um das zu ändern, hat die Provinz Latium nun das Motto Nel Lazio con amore (Mit Liebe in Latium) ausgerufen: Paare aus der ganzen Welt, die sich dort trauen lassen, erhalten einen Bonus von 2000 Euro, den sie vor Ort ausgeben sollen - etwa für Friseur, Floristin, Fotografin, DJ, Autovermietung, Catering oder die Flitterwochen. Insgesamt stehen für die Aktion bis Ende des Jahres zehn Millionen Euro bereit, das Geld reicht somit für 5000 Paare. Also auf in die Stadt der Liebe, bevor Spanische Treppe, Trevi-Brunnen und Trastevere-Viertel sich wieder füllen und nurmehr für eingeschworene Rave-Anhänger als angemessene Location infrage kommen!

Zugegeben, weit kommt man mit 2000 Euro vielleicht nicht. Aber wenn man Freibeträge und Ehegattensplitting hinzunimmt, lohnt sich die römische Ehe doch. Womit bewiesen wäre, dass Liebe vielleicht blind macht. Aber deswegen noch lange nicht das Rechenvermögen beeinträchtigt.

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