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Heimtierhaltung in Deutschland:Hund, Katze & Co. treiben die Wirtschaft an

Wirtschaftsfaktor Haustiere

Haustiere bringen der deutschen Wirtschaft etwa neun Milliarden Euro im Jahr ein.

(Foto: dpa)
  • Einer Studie zufolge geben die Deutschen pro Jahr mehr als neun Milliarden Euro für ihre Heimtiere aus.
  • Die Tiere bringen demnach aber nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern auch soziale.

Wirtschaftsfaktor Haustier

Hunde, Katzen, Fische und andere Heimtiere bringen der Wirtschaft in Deutschland jährliche Umsätze von etwa 9,1 Milliarden Euro ein. Allein 3,7 Milliarden Euro geben die Tierbesitzer für Futter aus, wie eine neue Studie der Universität Göttingen zeigt. Zudem seien mit dem Sektor bis zu 200 000 Arbeitsplätze verbunden, teilte die Hochschule mit.

Den Angaben zufolge halten die Deutschen etwa 11,5 Millionen Katzen, etwa 6,9 Millionen Hunde, dazu 6,1 Millionen Kleintiere wie Hamster oder Meerschweinchen sowie viele Ziervögel, Zierfische und Reptilien. Allein für die Hundehaltung werden jährlich mehr als 4,5 Milliarden Euro aufgewendet. Knapp 3,2 Milliarden Euro entfallen auf die Haltung von Katzen.

Arzt, Kratzbaum und Friseur

Beim Tierarzt lassen die Deutschen pro Jahr insgesamt 1,8 bis zwei Milliarden Euro und weitere 110 Millionen Euro bei Tierheilpraktikern und Tierphysiotherapeuten. Etwas mehr als eine Milliarde Euro investieren sie in Zubehör wie Halsbänder, Körbchen oder Kratzbäume, immerhin 65 Millionen Umsatz machen auch die Tierfriseure. Der Studie zufolge wird in Deutschland mit Tierbestattungen ein Umsatz von 40 Millionen Euro im Jahr erzielt.

In der Gesamtsumme der Kosten sind auch Aufwendungen für die Zucht, für Versicherungen, Tierpensionen, Hundeschulen oder Hundesteuer enthalten. Alles in allem entspricht der Gesamtumsatz von etwa neun Milliarden Euro etwa 0,32 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Zum Vergleich: 2013 lag der Umsatz auf dem deutschen Buchmarkt bei etwa 9,5 Milliarden Euro und war damit ähnlich hoch.

Sozialer Gewinn durch Tiere

Neben der messbaren Wertschöpfung gebe es ökonomische und soziale Erträge der Heimtierhaltung, die nicht vollständig in das Sozialprodukt eingehen, berichtete Professorin Renate Ohr, Leiterin der Studie. Dies seien etwa Dienstleistungen durch Rettungs-, Blinden- oder Therapiehunde. Heimtiere hätten vielfach auch positive Wirkungen auf die Gesundheit der Halter. Das Gesundheitssystem spare dadurch Milliardenbeträge.

"Im allgemeinen Sprachgebrauch sind zwar Haustiere und Heimtiere oft dasselbe, genau genommen gehören zu den Haustieren aber auch Nutztiere wie Schweine oder Rinder", erklärte die Professorin zur Terminologie. "Wir haben uns in der Studie auf Heimtiere konzentriert, die wirklich mit den Menschen im Haushalt leben."

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