Prozess wegen BetrugsMeine Mathelehrerin, eine Hochstaplerin

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L. im Landgericht Heidelberg beim Prozessauftakt am 23. März.
L. im Landgericht Heidelberg beim Prozessauftakt am 23. März. Bearbeitung: SZ; Fotos: Stefanie Järkel-Bahat/dpa; Imago

Jahrelang arbeitet eine Frau als Lehrerin an Privatschulen, ist Vertrauensperson, beliebt bei Schülern. Dabei hat sie keinerlei Qualifikationen, ihre Zeugnisse sind gefälscht. Wie konnte sie so lange unentdeckt bleiben?

Von Joshua Beer, Heidelberg

Am Anfang überwog die Freude, ganz klar. Als im September 2024 diese Bewerbung im E-Mail-Postfach des Johanneum lag, eines Privatgymnasiums im saarländischen Homburg. Sie habe Staatsexamen in Mathematik, Chemie und Physik, schrieb die Bewerberin, ob denn Bedarf für das kommende Schuljahr bestehe. „Mit den herzlichsten Grüßen, L.“ Diese Fächer, eine Traumkombi. Und das in Zeiten von Lehrermangel. Die Schule hatte „großes Interesse“, so erzählt es Schulleiter Oliver Schales später vor Gericht, also lud man L. zum Gespräch ein. Das lief glatt, auch ihre Unterlagen sahen in Ordnung aus. Gut, rückblickend findet Schales es ungewöhnlich, dass L. vor Dankbarkeit in Tränen ausbrach, als sie ihr sagten, sie sei eingestellt. Doch dann, nach ihrem Dienstantritt im Januar 2025, „ist im Prinzip erst mal nichts weiter aufgefallen“.

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