Hawaii Vulkan Kilauea bricht aus - mehrere Straßenzüge werden evakuiert

  • Auf der Insel Hawaii ist der Vulkan Kilauea nach mehreren vorangegangenen Erdbeben ausgebrochen und bedroht auch bewohntes Gebiet.
  • Die Behörden ordneten die Evakuierung mehrerer Straßenzüge auf Big Island an.
  • Das Auswärtige Amt in Berlin rät Reisenden auf Hawaii, die Entwicklung in den örtlichen Medien aufmerksam zu verfolgen.

Der Vulkan Kilauea auf Hawaii hat nach tagelangen Erdbeben Lava ausgestoßen. Fontänen schossen knapp 50 Meter in die Luft, Lavaströme näherten sich bewohntem Gebiet. Nach dem Ausbruch verfügten die Behörden am Donnerstag (Ortszeit) die Räumung mehrerer Straßenzüge. Betroffen ist eine Region nahe der Ortschaft Pahoa auf Big Island. Dort gibt es etwa 770 Gebäude. Die Behörden warnten die Bewohner auch vor giftigen Gasen, die tödlich sein könnten. Zudem bestehe Gefahr durch umherfliegende Gesteinsbrocken.

Rauch, Asche und Lava drangen aus einem Riss in einer Straße in der Region Puna. Auf Videos in sozialen Medien war zu sehen, wie Lava in einem Waldgebiet und auf einer Landstraße an die Oberfläche spritzt. "Man konnte Schwefel riechen und brennende Bäume", sagte der Anwohner Jeremiah Osuna, der das Geschehen mit einer Drohne filmte, dem Fernsehsender KHON in Honolulu. Das Auswärtige Amt in Berlin riet Reisenden auf Hawaii, die Entwicklung in den örtlichen Medien aufmerksam zu verfolgen, engen Kontakt mit ihren Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften zu halten, Anweisungen von Sicherheitskräften zu befolgen und Sperrzonen unbedingt zu beachten.

Behörde warnt vor weiteren Rissen in der Erde

Wenige Stunden zuvor war es zum bisher stärksten Beben in einer Serie von Erschütterungen gekommen. Die US-Erdbebenwarte USGS verbuchte am Südhang des Vulkans in einer Tiefe von 6,9 Kilometern eine Stärke von 5,0. Anfang der Woche hatte es am Krater Puu Oo einen Kollaps gegeben und Magma bewegte sich Richtung Osten; hin zum bevölkerten Küstenabschnitt der Insel.

Der Vulkan brach den Angaben zufolge gegen 16.45 Uhr am Donnerstag, Ortszeit, aus. In der sogenannten Östlichen Riftzone der Insel bildeten sich mehrere Risse im Boden, aus denen zunächst heißer, weißer Dampf und blauer Rauch austraten. Die erste Phase eines solchen Spaltenausbruchs verlaufe "dynamisch", warnte die USGS. Es könnten weitere Risse und Lavaströme auftreten. Vorhersagen könne man die aber nicht.

Auf der Inselgruppe Hawaii gibt es mehrere Vulkane. Der Kilauea auf Big Island, der "großen Insel" Hawaiis, ist einer der aktivsten Vulkane der Welt und bricht seit 1983 regelmäßig aus.

Die Vulkane auf Hawaii entstanden durch einen "Hot Spot"

Die Hawaii-Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Sie liegen wie eine Kette aufgereiht im Pazifik. Hawaii liegt dabei, nicht wie bei anderen Vulkangebieten üblich, am Rande der Nahtstelle zweier Erdplatten, sondern mitten auf der Pazifischen Platte. Deswegen war auch lange unklar, wie gerade dort Vulkane entstehen konnten. Mittlerweile sind sich Experten aber einig, dass unter der Inselgruppe ein sogenannter "Hot Spot" liegt. Dabei handelt es sich um eine Stelle, an der der obere Erdmantel besonders dünn ist. Dadurch konnte das heiße Magma, das säulenartig aus dem Erdinneren nach oben strömt, die Erdkruste aufschmelzen.

Dass in Hawaii so gleich mehrere Vulkane entstanden sind, liegt an der Verschiebung der Erdplatten. Die Pazifische Platte, auf der auch Hawaii liegt, bewegte sich im Laufe von Millionen von Jahren, der "Hot Spot" allerdings nicht. So sind auf der Inselgruppe mittlerweile bis zu 90 Vulkane entstanden.

Vulkanausbruch auf Hawaii

Rauch, Asche und Lava mitten auf der Straße