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Harry und Meghan:Das letzte Halleluja

´The Mountbatten Festival Of Music" in London

Herzogin Meghan und Prinz Harry beim "Mountbatten Festival Of Music" in der Royal Albert Hall am Samstag.

(Foto: dpa)

Diesmal soll es wirklich ein Abschied werden: Prinz Harry und Herzogin Meghan besuchen zum letzten Mal als Senior Royals einen Gottesdienst. Samt Familie.

Von Max Sprick

Was wird passieren?

Prinz Harry, 35, und Herzogin Meghan, 38, besuchen einen Gottesdienst.

Warum interessiert uns das?

Weil die beiden ihre royalen Pflichten Ende März aufgeben - und der Besuch in der Westminster Abbey anlässlich des Commonwealth-Tages ihr voraussichtlich letzter Termin als sogenannte Senior Royals sein wird. Also wirklich letzter, nachdem die vergangenen Tage bereits mehrfach über ihren letzten Auftritt (mal hatten sie ganz in Blau im britischen Regenwetter einen Hauch Hollywood verbreitet, mal beide in Rot für schöne Fotos gesorgt) spekuliert worden war.

Nun treffen sie außerdem auf ihre königliche Verwandtschaft: Harrys Vater, Prinz Charles, mit Herzogin Camilla, seinen Bruder, Prinz William, mit Herzogin Kate und natürlich die Oma, Königin Elizabeth II. - alle da! Harrys und Meghans künftige Rolle wirft aber bereits ihre Schatten voraus. Der Herzog und die Herzogin von Sussex werden vor dem Einzug der Queen zu ihren Plätzen geleitet. Vor einem Jahr hatte das Paar noch mit William, Charles und deren Frauen auf die Königin gewartet und man war zusammen eingezogen.

Wie es um das Verhältnis der Familie nach dem überraschenden Abschied der beiden bestellt ist, darüber gibt es verschiedene Theorien. Aber eine Kirche ist sowieso kein Ort zum Streiten. Zumal auch Premierminister Boris Johnson erwartet wird sowie weitere hochrangige Politiker und Botschafter aus der ganzen Welt, die das letzte Halleluja von Harry und Meghan bezeugen.

Na und?

Lebten wir noch in der fernen, monarchisch geprägten Vergangenheit, lautete die Antwort, wie vom französischen Literaturnobelpreisträger Anatole France formuliert: Mit jeder untergehenden Monarchie verdunkelt sich der Himmel, denn er verliert einen Stern! Und nichts anderes droht ja nun quasi der britischen Monarchie, auch wenn Harry in der Thronfolge von den Kleinkindern Williams ein paar Plätze nach hinten verdrängt wurde. Harry und Meghan galten als Bereicherung für das Überleben der Insel-Monarchie, sie stehen für ein jüngeres, vielfältiges Großbritannien. Bei Meghans Besuch in einer Schule am vergangenen Freitag johlten, jubelten und kreischten die Kinder, es gab Standing Ovations, als die beiden am Samstag an einem Musikfestival in der Royal Albert Hall teilnahmen. Sie waren in der kurzen Zeit nach ihrer Hochzeit und der Geburt ihres ersten Sohnes also so etwas wie strahlende Sterne am verstaubten monarchischen Himmel.

Ganz schön pathetisch

Na ja, die britische Presse ging eher blasphemisch mit den beiden um. Die Duchess of Sussex habe zum Beispiel doppelt so viele negative wie positive Schlagzeilen bekommen, hatte der Guardian gezählt. Einige Berichte waren rassistisch intoniert; Meghan Markle sei eher als "Geliebte denn als Ehefrau geeignet", habe "exotische DNA". Ein Foto zeigte statt ihres Babys einen Schimpansen.

Und wie geht es nach ihrem Abschied aus der engeren Königsfamilie weiter?

Harry und Meghan werden ein, zumindest dem britischen Boulevard zufolge, sehr freudloses Schicksal in der Fremde fristen, im fernen Kanada vielleicht, wo sie selbst für ihre Sicherheit aufkommen müssen. Sie werden das viele Geld für die Renovierung ihres Frogmore Cottage an den Steuerzahler zurückzahlen, auf die Anrede "Königliche Hoheit" verzichten und keinerlei offizielle Aufgaben mehr für die Royals wahrnehmen.

Harry muss zudem seine militärischen Aufgaben abtreten. Auch ihre noch vor der Abschiedsverkündung gegründete Marke, "Sussex Royal", darf nicht mehr so heißen. Die beiden behalten aber viele Schirmherrschaften in Bereichen, die ihnen am Herzen liegen. So wird sich Meghan weiter für Frauenförderung einsetzen und Harry für kriegsversehrte Soldaten. Der Guardian zitiert deshalb eine Quelle, die den beiden nahesteht und sagt, das Paar sei in "großartiger Form". Beide blickten "positiv und aufgeregt" auf ihre Zukunft. Glück kann eben auch sein, nicht mehr so oft in der britischen Klatschpresse zu stehen.

© SZ/afis
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