bedeckt München
vgwortpixel

Royals:Warum der Titel "Ihre Königliche Hoheit" wichtig ist

Harry und Meghan dürfen sich nicht mehr "königliche Hoheit" nennen.

(Foto: AFP)
  • Um die Anrede "Her/His Royal Highness" zu beanspruchen, brauchte es seit jeher die Erlaubnis Ihrer Majestät.
  • Seit 1917 steht diese Anrede allen Kindern und Enkelkindern des Monarchen zu, 2012 erweiterte die Queen die Regel noch.
  • Bereits im Jahr 1996 verfügte die Queen, dass Ehepartner von Mitgliedern der königlichen Familie den Titel im Fall einer Scheidung verlieren.

In der britischen Monarchie obliegt es der Queen, wem sie königliche Titel verleiht oder entzieht. Dazu zählt auch die Anrede "Ihre Königliche Hoheit", die Prinz Harry und Herzogin Meghan künftig nicht mehr verwenden dürfen. Sobald die beiden ihre Tätigkeit als sogenannte "arbeitende Mitglieder" der Königsfamilie einstellen, fungieren sie nur noch als Duke und Duchess of Sussex. In der entsprechenden Mitteilung des Buckingham Palace ist vom Verlust der "HRH-Titel" die Rede. Diese Abkürzung steht für "Her/His Royal Highness".

Um diese drei Buchstaben für sich zu beanspruchen, brauchte es seit jeher die Erlaubnis Ihrer Majestät. Es war König George V., der im Jahr 1917 eine klare Regelung erließ, um die in seinen Augen doch recht großzügig gehandhabte Titelvergabe einzuschränken. Seitdem steht diese Anrede allen Kindern und Enkelkindern des Monarchen zu; auch der älteste Sohn des Sohnes des Prince of Wales wird von Geburt an so genannt. Alle anderen Personen, die den Titel bis dahin innehatten, durften ihn nur auf Erlaubnis des Monarchen weiter führen.

Royals Liebe Worte - und ein harter Schnitt
Harry und Meghan

Liebe Worte - und ein harter Schnitt

Harry und Meghan gelten bald nicht mehr als "arbeitende Mitglieder" ihrer Familie. Dürfen sie jetzt Socken verkaufen? Gar unter der Marke "Sussex Royal"?   Von Alexander Mühlauer, London

Termin noch unklar

Im Jahr 2012 änderte Königin Elizabeth II. diese Regelung. Seitdem dürfen zudem alle Kinder des ältesten Sohnes des Prince of Wales den HRH-Titel tragen. Davon profitieren nun die Nachkommen von Prinz William und seiner Frau Herzogin Kate. Bereits im Jahr 1996 verfügte die Queen, dass Ehepartner von Mitgliedern der königlichen Familie den Titel im Fall einer Scheidung verlieren. Das gilt auch für verwitwete angeheiratete Mitglieder des Königshauses, wenn sie wieder heiraten sollten. Grund für diese Änderung der Queen war die damalige Scheidung zwischen Prinzessin Diana und ihrem Sohn Charles, dem Prince of Wales.

Wann genau Harry und Meghan auf die Anrede "Ihre Königliche Hoheit" verzichten müssen, steht noch nicht fest. In der Erklärung des Buckingham Palace ist lediglich davon die Rede, dass die nun gefundene Vereinbarung von Frühjahr 2020 an gelten soll. Dazu zählen nicht nur Titel- und Protokollfragen, sondern vor allem auch finanzielle Regelungen. So werden Harry und Meghan künftig nicht mehr vom Geld der britischen Steuerzahler unterstützt. Die Kosten für die erst kürzlich erfolgte Renovierung ihres Hauses in Höhe von 2,4 Millionen Pfund wollen Harry und Meghan zurückzahlen.

Auch wenn die beiden die meiste Zeit künftig wohl in Kanada verbringen werden, wollen sie ihren britischen Wohnsitz nicht aufgeben. Wer Harry und Meghan also beim Frühjahrssparziergang im Park von Schloss Windsor begegnen sollte, kann getrost darauf verzichten, die beiden als "Königliche Hoheit" anzusprechen.

© SZ.de/aner
Leserdiskussion Harry und Meghan: Was bedeutet der Rückzug für die britische Monarchie?

Leserdiskussion

Harry und Meghan: Was bedeutet der Rückzug für die britische Monarchie?

Harry und Meghan ziehen sich von ihren Verpflichtungen als Mitglieder der britischen Königsfamilie zurück. Das Paar legt den Titel "Königliche Hoheit" ab und bekommt ab Frühjahr kein Geld mehr, teilt der Buckingham-Palast mit.

Zur SZ-Startseite