Kriminalität:Mehrere Missionare in Haiti entführt

Kriminalität: Nach verschiedenen Schätzungen kontrollieren Gangs ungefähr die Hälfte der haitianischen Haupstadt Port-au-Prince.

Nach verschiedenen Schätzungen kontrollieren Gangs ungefähr die Hälfte der haitianischen Haupstadt Port-au-Prince.

(Foto: Chandan Khanna/AFP)

Die US-Amerikaner waren mit ihren Familien auf dem Weg zum Flughafen. In dem von Krisen gebeutelten Land nimmt die Kriminalität stetig zu. Das Gewaltmonopol des Staates existiert kaum mehr.

Mehrere christliche Missionare und ihre Familienmitglieder sind am Samstag von einer Bande in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince entführt worden. Das berichtete die New York Times unter Berufung auf Sicherheitsbeamte des Karibikstaates. Details der Entführung blieben zunächst unklar.

Bekannt ist jedoch, dass die Missionare aus den Vereinigten Staaten laut haitianischen Offiziellen aus einem Bus entführt worden sein sollen. Es soll sich den Quellen zufolge um "bis zu 17 Entführte" handeln. Der Bus sei auf dem Weg zum Flughafen gewesen. Einige Mitglieder der Gruppe wollten dort abgesetzt werden, hieß es, bevor der Rest zu einem anderen Ziel in Haiti weiterfahren wollte.

Gewaltmonopol des Staates in der Krise

In dem von zahlreichen Krisen ohnehin stark beeinträchtigten Karibikstaat hat es jüngst noch einmal einen Anstieg von Gewalt in der Hauptstadt Port-au-Prince gegeben. Nach verschiedenen Schätzungen kontrollieren Gangs ungefähr die Hälfte der Stadt. Ehemals belebte Straßenzüge sind mittlerweile verwaist.

Das staatliche Gewaltmonopol steht infrage, die Polizei ist in einem desolaten Zustand. Erst am Montag, so die New York Times, sei ein Schulbus von einer Gang beschossen werden. Fünf Menschen sollen dabei verletzt worden sein. Ein anderer Bus wurde am selben Tag entführt.

Der Anstieg der Bandengewalt hat Tausende von Menschen vertrieben und die Wirtschaftstätigkeit im ärmsten Land Amerikas erschwert. Nach der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse im Juli und einem Erdbeben im August, bei dem mehr als 2000 Menschen ums Leben kamen, ist das Land nach wie vor paralysiert.

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