Als sie aus dem Haus stürmt, weint sie. Sie kann gar nicht mehr aufhören, sie weint und weint, längst ist das Papiertaschentuch in ihrer Hand ein zerknüllter, nasser Klumpen. Für ein paar Minuten hat sie sich davongestohlen, er ist bei den Kindern geblieben. Aber wenn sie zu lange draußen bleibt, keine Erklärung für ihre Abwesenheit hat, nur ein bisschen spazieren geht, jemanden trifft, seine Anrufe ignoriert, dann wird sie am nächsten Tag den Preis zahlen.
Häusliche GewaltDie Geschlagenen
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Wer sie auf der Straße trifft, würde sich einfach nur denken: Was für eine schöne Frau. Sieht ja keiner, die Beulen unter ihrem schwarzen Haar.
Cathrin KahlweitSeit Queeny vor zwei Jahren vor ihrem Mann floh, lebt sie in einem Wohnheim in London. Er kommt trotzdem, wann er will - und geht, wenn sie weint. Viele Frauen erleben Ähnliches: Sicherheit gibt es nicht und die Corona-Krise macht alles schlimmer.
Von Cathrin Kahlweit, London
