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Grünes Gewölbe in Dresden:Verbliebene Juwelen werden restauriert

Grünes Gewölbe in Dresden

Das Juwelenzimmer im Historischen Grünen Gewölbe im Dresdner Schloss der Staatlichen Kunstsammlungen.

(Foto: dpa)
  • "Nach der gegenwärtigen Einschätzung werden die verbliebenen Werke rückstandslos gereinigt werden können", sagte ein Sprecher der Staatlichen Kunstsammlungen.
  • Nach dem Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden am vergangenen Montag sind bisher 516 Hinweise eingegangen.
  • Es gibt aber noch keinen dringenden Tatverdacht gegen bestimmte Personen.

Acht Tage ist es her, dass mindestens zwei unbekannte Einbrecher in das Grüne Gewölbe in Dresden eindrangen. Im Schutz der Dunkelheit kamen sie über eines der vergitterten Fenster in das Museum, mit einer Axt schlugen sie eine Vitrine im Juwelenzimmer ein und nahmen gut zwei Dutzend der insgesamt ettwa 100 Teile umfassenden Juwelengarnituren mit Diamanten und Brillanten mit. Die Stücke, die sie in der Kürze der Zeit darin nicht zu fassen bekamen, besprühten sie mit Feuerlöschpulver. Offenbar um Spuren zu verwischen.

Nun gibt es für die mit dem Pulver besprühten Schmuckstücke Hoffnung: "Nach der gegenwärtigen Einschätzung werden die verbliebenen Werke rückstandslos gereinigt werden können", sagte ein Sprecher der Staatlichen Kunstsammlungen. "Damit sind die Restauratoren derzeit befasst."

Das barocke Schatzkammermuseum August des Starken (1670-1733) ist seit dem Einbruch geschlossen. An einer Übergangslösung für den Bereich der zerstörten Vitrine im Juwelenzimmer werde derzeit gearbeitet. "Wir möchten das Historische Grüne Gewölbe möglichst zeitnah wieder der Öffentlichkeit zugänglich machen", sagte der Sprecher. Gemeinsam mit der Bauverwaltung des Freistaates, Polizei und Landeskriminalamt werde derzeit das Sicherheitskonzept überprüft.

Polizei und Staatsanwaltschaft stellten dafür am frühen Montagmorgen - genau eine Woche nach dem spektakulären Diebstahl von historischem Schmuck aus dem Grünen Gewölbe - den Ablauf des Einbruchs nach. Zur gleichen Uhrzeit wie bei der Tat überwanden die Fahnder die äußere Sicherung, um an das Fenster zu gelangen. Zudem wurden die Abläufe in der Sicherheitszentrale sowie die technischen Abläufe innerhalb des Museums bei dem nachgestellten Einbruch überprüft.

Gleichzeitig ermittelt die Polizei auf Hochtouren. 516 Hinweise sind bislang eingegangen. Laut den Ermittlern gingen allein 160 Hinweise über das von der Polizei geschaltete Portal ein. Auch der am 1. Dezember über die Sendung "Kripo Live" erfolgte Fahndungsaufruf habe Hinweise ergeben.

Bislang gibt es nach Angaben des leitendes Oberstaatsanwaltes Klaus Rövekamp und Polizeipräsident Jörg Kubiessa aber noch keinen dringenden Tatverdacht gegen bestimmte Personen. Neue Hinweise könnten aber mitunter eine schnelle Reaktion der Ermittler erfordern. "Plötzliche Exekutivmaßnahmen wie Durchsuchungen und Vernehmungen sind daher jederzeit möglich."

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