Süddeutsche Zeitung

Großbritannien:Schulleiterin erteilt Eltern Schlafanzug-Verbot

Kleidung und Schule - eine Themenkombination, die sonst vor allem im Sommer zum Aufreger wird. Wenn etwa ein Gymnasium in Niederbayern fordert, die Schülerinnen sollten wegen der in der Turnhalle untergebrachten Flüchtlinge keine zu kurzen Röcke tragen. Oder wenn sich die Schülerschaft eines Gymnasiums in Würzburg eine Kleiderordnung verschreibt, die zu tief sitzende Hosen bei Jungen genauso verbietet wie zu freizügige Oberteile bei Mädchen.

An der Skerne Park Academy, einer Grundschule im britischen Darlington, hat die Schulleitung jetzt ein anderes Problem identifiziert: Eltern im Schlabberlook. Immer mehr Erwachsene trügen noch Schlafanzug, wenn sie ihre Kinder zur Schule brächten, heißt es in einem Brief der Schulleiterin Kate Chisholm, aus dem der Guardian zitiert. Manche kämen gar in Hausschlappen. Ein Ärgernis, schreibt Chisholm.

Zumal sich das Problem zunehmend auch auf den Nachmittag erstreckt, wenn die Kinder abgeholt werden. Es seien auch schon Eltern im Schlafanzug zu Schulveranstaltungen und Sprechstunden erschienen, kritisiert die Direktorin. Sie fordert, dass die Erziehungsberechtigten ihrer Vorbildfunktion nachkommen, ordentliche und vor allem wettertaugliche Kleidung sei ein Teil davon.

Die Reaktionen auf den Brief seien überwiegend positiv gewesen, sagt die Schulleiterin dem Guardian. Doch es gab auch Protest: So erschien mindestens eine junge Frau absichtlich im Morgenmantel vor der Schule, um angesichts der neuen Vorgaben ihr Missfallen auszudrücken.

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Sz.de/feko
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