Großbritannien Katzenbilder statt Werbung in der Londoner U-Bahn

23 000 Pfund kostete es die Initiatoren der Kampagne "Katzen-statt-Werbung" alle Werbeflächen einer Londoner U-Bahnstation mit Katzengesichtern zu füllen - finanziert durch Crowdfunding.

(Foto: Glimpse/catsnotads.org)

Überraschung auf dem Weg zur Arbeit: Statt der üblichen Werbeplakate hängen in einer Londoner U-Bahnstation jetzt Fotos von Katzen. Für den doppelten guten Zweck.

Von Bianca Hofmann

Wie kann man Menschen im Internetzeitalter glücklich machen? Richtig, mit Katzen. Ähnliches hat sich auch die Kreativ-Gruppe Glimpse gedacht und 68 Katzenbilder an die Wände der U-Bahnstation Clapham Common im Londoner Süden plakatiert. Die Fotos ersetzen 68 Werbeposter - und sollen einen Denkprozess in Gang setzen.

"Wir wollten die Menschen dazu inspirieren, anders über die Welt zu denken und zu erkennen, dass sie die Macht haben, etwas zu ändern", schreibt Glimpse-Gründer James Turner in seinem Blog. Bei seinem im Februar initiierten Aktionsbündnis handle es sich um "eine Gruppe von Freunden, die Kreativität für etwas Gutes einsetzen möchte." Es gehe vor allem darum zu zeigen, dass Freunde und Erfahrungen wichtiger seien als Dinge, die man kaufen kann.

Für die Katzen-Aktion war zunächst eine kräftige Investition nötig. Die Gruppe sammelte über Crowdfunding Geld, um die Werbeflächen für zwei Wochen bezahlen zu können. Kostenpunkt: 23 000 Pfund. Mehr als 700 Menschen spendeten seit Anfang des Jahres - jetzt wurden die Plakate aufgehängt.

Und warum nun gerade Vierbeiner mit Schnurrhaaren? "Wir wollten, dass unsere Aktion viel Aufmerksamkeit bekommt und deshalb haben wir etwas gebraucht, das Internetnutzer lieben. Die Antwort ist offensichtlich: Katzen", schreibt James Turner. Angesichts zahlreicher Medienberichte lässt sich an dieser Stelle nur gratulieren: Mission erfüllt.

Gleichzeitig dient die Aktion einem guten Zweck: Die meisten der abgebildeten Miezen sind zurzeit in Tierheimen untergebracht und suchen ein neues Zuhause.

Zwei Wochen lang hängen die Katzen jetzt noch in der U-Bahn herum, danach sollen sie wieder mit Parfüm-, Schmuck- und Bücherwerbung überklebt werden. Und lediglich die andere Hälfte der Menschheit, die keine Katzen mag, sondern Hunde, wird sich dann ein bisschen freuen.