Am Ende fällt ein riesiger Druck ab von diesem 34-jährigen „aufstrebenden Neurochirurgen“, wie ihn sein Anwalt in seinem Schlussplädoyer nennt. Die Tränen wollen nicht mehr enden, die Umarmungen seiner Begleiterinnen auch nicht. Zwei Jahre hing Dr. L., ein schlanker junger Arzt im blauen Anzug, beruflich völlig in der Luft, niemand wollte ihn einstellen, solange dieses Verfahren am Grazer Bezirksgericht nicht abgeschlossen war. Zehn, vielleicht 20 Sekunden, die sein Leben veränderten und die viel erzählen, von beruflichen Machtgefügen, persönlichen Abhängigkeiten, medizinischen Verantwortlichkeiten, menschlichen Ängsten und Eitelkeiten.
GrazFreispruch für Ärztin, deren Tochter an einem Schädel bohrte
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Wie konnte es dazu kommen, dass eine Zwölfjährige während einer OP den Bohrer hält? Der Prozess in Graz kann nicht alle Fragen in diesem Fall klären, aber die beiden angeklagten Chirurgen dürfen ihre Karrieren fortsetzen.
Von Martin Zips, Graz
