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Golf von Mexiko:Zehntausende Texaner fliehen vor Tropensturm Harvey

  • Tropensturm Harvey verwüstet weiter die US-Golfküste. Besonders schwer getroffen ist Houston im Bundesstaat Texas.
  • Bis zu zehn Menschen sollen Medienberichten zufolge bei den Überschwemmungen bislang ums Leben gekommen sein.
  • Eine Entspannung ist nicht in Sicht: Der Nationale Wetterdienst warnt vor sintflutartigen Regenfällen.

Tropensturm Harvey hat die US-Golfküste verwüstet und als Nachwehen schwere Überschwemmungen hinterlassen - doch noch immer ist keine Entspannung in Sicht. Der Nationale Wetterdienst warnte vor weiteren sintflutartigen Regenfällen.

Besonders schwer getroffen ist die Metropole Houston: Dort standen ganze Stadtviertel unter Wasser. US-Medien melden mittlerweile bis zu zehn Todesfälle. Bislang haben die Behörden offiziell drei Tote bestätigt. Zahlreiche Menschen werden vermisst. Eine Frau kam nun in Houston ums Leben, als ein Baum auf ihr Haus stürzte. Eine Familie soll in ihrem Auto von den Fluten fortgespült worden sein - dass die sechs Insassen tot sind, bestätigten die Behörden zunächst nicht.

Die Polizei ist im Dauereinsatz: In nur acht Stunden seien etwa 1000 Menschen gerettet worden, erklärte der Bürgermeister von Houston, Silvester Turner. Mehr als 3000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht - eine große Notunterkunft im George R. Brown Convention Center ist inzwischen überbelegt. Einigen der dort untergebrachten Menschen konnten keine Betten mehr zur Verfügung gestellt werden, sagte ein Sprecher. Die Behörden schätzen, dass der Sturm in ganz Texas bis zu 30 000 Menschen vorübergehend obdachlos machen könnte.

Unterdessen droht, dass eine Alligatorenfarm im Südosten von Texas geflutet wird, berichten US-Medien. In der Folge könnten 350 Reptilien aus ihren Einzäunungen geschwemmt und in die Freiheit gespült werden. Die gefährlichsten Tiere, darunter Giftschlangen, Krokodile und zwei rund vier Meter lange Alligatoren, seien eingefangen und in Käfige gesperrt worden, sagte der Gründer der Farm.

US-Präsident Donald Trump will gemeinsam mit seiner Ehefrau Melania Trump am Dienstag in die texanische Hauptstadt Austin und in die Stadt Corpus Christi reisen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Er versprach den von der Überschwemmung betroffenen Bürgern umfassende Hilfe: "Sie werden bekommen, was sie brauchen, und es wird schnell gehen", so Trump. Der Wiederaufbau der zerstörten Städte und Ortschaften werde allerdings schwierig sein und lange dauern.

Die US-Regierung hat 54 Bezirke im Bundesstaat Texas zu Notstandsgebieten erklärt. Die Gefahr durch "Harvey" ist in Texas noch lange nicht gebannt: Der Sturm, der am Freitag als Hurrikan der zweithöchsten Kategorie in Texas auf Land getroffen und später zum Tropensturm herabgestuft worden war, drehte wieder um und hält sich derzeit an der Golfküste. Dort nimmt "Harvey" neuen Regen auf und droht am Mittwoch erneut auf Land zu treffen. Nach Einschätzung des National Hurrican Center könnte Harvey schon bald den Bundesstaat Lousiana erreichen - auch dort rief Präsident Trump den Ausnahmezustand aus. Der Gouverneur John Bel Edwards sagte, Lousiana stehe das Schlimmste aller Wahrscheinlichkeit nach noch bevor.

© SZ.de/dpa/afp/ap/ees/lot/ghe
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