GörlitzZwei Festnahmen nach Hauseinsturz

Lesezeit: 1 Min.

Die Überreste eines eingestürzten Gründerzeithauses (Aufnahme mit einer Drohne).
Die Überreste eines eingestürzten Gründerzeithauses (Aufnahme mit einer Drohne). Sebastian Kahnert/Sebastian Kahnert/dpa

Die Polizei hat in Görlitz zwei Männer im Verdacht, aus Fahrlässigkeit an dem Einsturz des Hauses aus der Gründerzeit beteiligt gewesen zu sein. Drei Menschen kamen in den Trümmern ums Leben.

SZ bei Google bevorzugen

Nach dem Einsturz eines Hauses im sächsischen Görlitz sind zwei Verdächtige festgenommen worden. „Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoff-Explosion mit Todesfolge in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung“, sagte Kai Siebenäuger, Pressesprecher der Görlitzer Polizei, in der MDR-Sendung „Kripo live“.

Die Männer stehen im Verdacht, die Rohrleitungen im Gebäude beschädigt oder manipuliert zu haben. Für den Tatbestand des „Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion“ muss nicht unbedingt Sprengstoff verwendet werden. „Zur Erfüllung des Tatbestandes reicht jede plötzliche Ausdehnung von Gasen oder Dämpfen aus, die eine plötzliche Kraftentfaltung bewirkt. Es kommt also rein auf den physikalischen Vorgang der Explosion an, nicht auf das verwendete Material,“ erklärt die Polizei Görlitz in einer Pressemitteilung.

Bei den Verdächtigen handele sich um einen 27 Jahre alten Polen und einen 33-jährigen Afghanen. Die Männer seien bereits „in anderer Sache“ in Untersuchungshaft, so Siebenäuger. Als Ursache für den Hauseinsturz war eine Gasexplosion vermutet worden.

Dem Sprecher zufolge sollen beide Männer am Tatnachmittag in der Straße, in der das Haus stand, Diebesgut gesucht haben. „Insbesondere Fahrräder, Schrott beziehungsweise auch Kupferleitungen, Buntmetall.“ Sie sollen in das später eingestürzte Haus gelangt sein – hierzu werde aktuell ermittelt, erläuterte Siebenäuger. Die Polizei sucht nun Zeugen, die die beiden Tatverdächtigen am Ereignisort am 18. Mai gesehen haben.

Bei dem Unglück am 18. Mai waren zwei Touristinnen aus Rumänien im Alter von 25 und 26 Jahren ums Leben gekommen. Zudem starb ein 48-jähriger Mann, der aus Bulgarien stammte und auch die deutsche Staatsbürgerschaft besaß. Hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Polizei und Rettungshundestaffeln suchten tagelang nach den drei Vermissten. Zum Teil arbeiteten sie sich mit Schaufeln und bloßen Händen durch den Trümmerberg.

© SZ/dpa/gut - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Görlitz
:Dritte Leiche in Trümmern des eingestürzten Hauses gefunden

Wahrscheinlich handelt es sich um den noch vermissten 48-jährigen Mann. Zuvor hatten Helfer die Leichen der beiden rumänischen Touristinnen geborgen. Notfallseelsorger kümmern sich vor Ort um die Angehörigen.

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: