SZ-Kolumne "Bester Dinge":Mit den Rolling Stones das Klima retten

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(Foto: Imago/Design Pics)

Wie man kreativ den CO₂-Ausstoß senkt, zeigt ein Club in Glasgow: Er gewinnt aus den Tanzbewegungen der Gäste Wärmeenergie. Nur die richtige Musik ist noch umstritten.

Von Moritz Geier

Und nun zu den guten Nachrichten, Nachrichten, die einen vor Freude auf dem Tisch tanzen lassen, ach was, Nachrichten, die einen nicht nur vor Freude auf dem Tisch tanzen lassen, sondern auch noch das Potenzial haben, ganze Weltprobleme zu lösen, indem sie Menschen vor Freude auf dem Tisch tanzen lassen. Ein Club im schottischen Glasgow namens SWG3 hat es geschafft, seinen CO₂-Austoß um ganze 70 Tonnen im Jahr zu reduzieren, und zwar allein dadurch, dass die Betreiber sich die stets erneuerbare Energie ihrer tanzfreudigen Besucherinnen und Besucher vollends zunutze gemacht haben. Mehrere im Raum verteilte Wärmepumpen saugen deren ausgeschwitzte Körperwärme auf und leiten sie durch 200 Meter lange Rohre in einen Tank unter dem Club, wo die Energie gespeichert und wiederverwendet werden kann. So brauchen die Betreiber kein Gas mehr für eine Heizung oder Klimaanlage. Schwitzenidee!

"Wenn du zu tanzen beginnst", hat der Ingenieur des Systems der BBC verraten, "also mittleres Tempo, zu den Rolling Stones oder so, kannst du vielleicht 250 Watt generieren." Aber wenn man einen großartigen DJ habe, der "jeden zum Auf-und-ab-Hüpfen bringt", dann könne man 500 bis 600 Watt Wärmeenergie rausholen.

Heiße Sache, wobei der Seitenhieb auf die Stones (mittleres Tempo!?) freilich nicht ganz fair ist. Denn gäbe es einen Weg, die noch übrigen und bislang nicht erschlossenen Energiereserven eines Mick Jagger oder Keith Richards anzuzapfen, dann müsste die Welt heute ganz sicher nicht auf dem Tisch tanzen, um warm durch den Winter zu kommen.

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